Also ich hab diese fatale Checkbox angekreuzt und zwar weil die Grüne Post von meinem Vormieter sowieso in den Briefkasten kommt. Der ist Mitglied bei den Wiener Grünen und seit 2 Jahren umgezogen… ob das die Grünene wissen? Ob sie ihn aus der Partei ausschließen würden, weil er sich gegen ihre Post wehrt?
Wahrscheinlich nicht, aber ich werde deswegen wahrscheinlich nicht aufgenommen.
Also was tue ich jetzt am Besten?
Muss ich dem Landesvorstand jetzt erklären was ich alles tun kann, wie motiviert ich bin, in welchen Arbeitsgruppen ich verwertbar bin?
Vielleicht hätte ich einen Lebenslauf zu der Bewerbung dazu geben müssen…
Nachdem ich bis jetzt noch keine Brief und nix erhalten hab als Rückmeldung könnt ich ja anfangen Flyer beim MQ-Flashmob am Samstag auszuteilen…
Ehrlich gesagt versteh ich nicht, warum die VorwählerInnen nicht einfach Mitglied der Grünen werden und mitbestimmen bei der Landesversammlung. Wäre doch eigentlich möglich.
@Thomas: Es sieht tatsächlich so aus, als könntest du genau deshalb abgelehnt werden. Ernstgemeinter Vorschlag: Bitte schreib dem Grünen Landesvorstand ein Mail, dass du fürchtest abgelehnt zu werden, weil aus deinem Antrag nicht hervorging, dass du am Grünen Projekt mitarbeiten willst, genau das aber der Fall ist.
@sonja: ehrlich gesagt versteh ich nicht, weshalb die grünen dann so einen auf basisdemokratie und bewegungspartei machen. offenbar ist nicht viel daran gelegen, interessierte leute möglichst lose ins parteigeschehen einzubinden. einerseits geben sich die grünen wiens so links und offen, andererseits finden gesinnungsprüfungen statt?! das passt nicht zusammen - da sollen sie lieber tacheles reden und gleich das statut ändern. selbst die vorarlberger grünen versuchen, ihr umfeld stärker einzubinden: http://vielstimmig.at/
Hm. Ich versteh eigentlich immer noch nicht, wieso es schlimm sein sollte, einfach einmal alle aufzunehmen. Die, die teilhaben können und wollen werden das tun - die anderen halt nicht. Inwiefern stellen letztere ein Problem dar? Inwiefern schädigen die die Partei? Natürlich ist die größtmögliche Teilhabe wünschenswert - ob die Bereitschaft dazu vorhanden ist, kann man im vorhinein halt nicht feststellen. Daher wäre es das Klügste, die Leute durch Entgegenkommen zu motivieren anstatt untaugliche Versuche zu unternehmen, die Teilhabebereitschaft doch noch irgendwie einschätzen zu können. Denjenigen, die sich wirklich gar nicht rühren, kann man ja später immer noch den UnterstützerInnenstatus aberkennen, wenn man das aus organisationskulturellen Gründen sinnvoll findet. Aber egal, mit der Entscheidung muss man jetzt halt leben.
“Hätten wir uns an das Statut gehalten, wäre klar gewesen …”. Ich versteh diese Angst vor neuen Leuten nicht. Ich seh die Berechtigung des Landesvorstandes nicht, “das Statut” umzuinterpretieren und plötzlich neue Regeln aufzustellen und ich frag mich langsam, ob ich eigentlich Mitglied bei so einer “Wir-innen-Du-außen-Kaderpartei” bleiben will.
also ich bin irgendwann ganz einfach grünes mitglied geworden, wollte mitreden und mitbestimmen. ich bin NICHT geprüft worden oder sonst was. ich bin lose eingebunden, erleb keinen zwang irgendwas tun zu müssen, werde informiert, kann mitreden, kann mitwählen,….. wie lose soll es denn noch sein??? wenn ich in einer organisation mitreden will, muss ich mich zu dieser organisation bekennen. warum ist dies so schlimm???? wo ist hier das problem?? ich versteh das tamtam nicht. überhaupt nicht. sorry.
Es bekennt sich ja auch jeder! Jeder Vorwähler hat sein schriftliches Bekenntnis eingeschickt. Statt dass als Antwort kommt: “Super, komm am soundsovielten vorbei, da gehts um dieses und jenes, schön dass du mitmachen willst!” kommt: “Sicher? Wirklich sicher? Da haben wir aber so unsere Zweifel… Warum sollten wir denn gerade dich aufnehmen?”
Ist ja eh legitim nochmal nachzufragen, aber dass man da nicht in helle Begeisterung ausbricht, find ich nicht ganz unverständlich.
Da sitzt der arme Helge wie ein Bittsteller da, obwohl er mit 500 neuen Leuten beim Auftakt zur Wiener Wahl aufgetaucht wäre!
Mitbestimmung nur für den der auch “Pflichten übernimmt” oder “Einbindung in die Organisationskultur”, lässt auf ein zweifelhaftes Demokratie verständnis schließen: Vorleistungspflicht für das Wahlrecht?
Gut ihre Partei, ihre Entscheidung, was solls. Was ich schade finde ist, dass sich die Diskussion viel zu oft um den Generalverdacht gegen die Vorwähler gedreht hat: sind JVPler, tauchen einmal auf und wieder unter, kennen sich in Sachfrage nicht aus. Sehr persönliche Vorwürfe eigentlich: Gesinnungscheck, Hallo?
Die Vorwähler haben das immer wieder aufgegriffen und die ehre ihrer mitglieder verteidigt: stop, was machts ihr mit unseren Leuten, nichteinmal diesen Lindinger nehmts ihr auf…
Man hätte den grünen vielleicht noch mehr erklären müssen was ihnen das bringt, wie sie das sommerloch durch die obmanns-debatte beherrschen hätten können und was sie für eine dynamik bei diskussionen und q&a geschichten im Herbst hätten reinbringen können, dann die wahl und die gewissheit einen echten kämpfer mit tollen ideen als spitzenkandidaten zu haben. noch nie wäre der spitzenkandidat einer österreichischen partei derart auf herz, nieren und auch seine publikumswirksamkeit abgeklopft worden. Schließlich hätte niemand mehr zweifel daran, dass die Grünen wirklichdemokraten sind und der in diesem land so beliebten pakelei abgeschworen haben.
die paar JVPler wären einmal wo aufgekreuzt, hätten einen gender-witz gemacht, wären draufgekommen dass es fad ist und wieder gegangen.
Schluß mit der Pakelei! es wäre ein toller slogan für die wahl fürs wiener rathaus gewesen.
Ich hab grad noch einen Clip gepostet, Bonusmaterial sozusagen. Darin fragt Teresa Eder (derstandard.at) nochmal nach, warum nicht bei allen halbaffinen VorwahlaspirantInnen nach deren Interesse nachfragt.
Ausserdem, womit Lukas Wurz, Sozialreferent der Grünen, leben können wird müssen…
Vielleicht sollten sie einfach einen “standardisierten” Fragebogen ins Netz stellen (oder im Email beilegen), in dem sie vorgeben, wie sie sich eine Beteiligung von so einem wie zb. mir vorstellen könnten. Es sollte eigentlich (für’s erste!!) reichen, dass ich ihnen mit der Übermittlung meines Antrages meine Sympathie bekunde habe …
Was da an Energie *) verpufft - und das bei den Grünen
Eine sehr traurige Sache das erste und zweite Video. Die Grünen standen ziemlich ahnungslos nach dem 7. Juni da, dabei brauchen sie doch nur mal selbst diese Videos sehen und sich fragen, wie das denn mit ihren (früheren?) Idealen zusammenpasst. Selbst wenn es 500 Anträge gibt, die zu prüfen wären, würd das doch viel schneller gehen, als diese Kriteriensucherei. Letztere dauert wahrscheinlich auch schon länger als eine simple kleine Telefonumfrage bzw. schriftliche Nachfrage. Ich bin ja schon gespannt, wie katastrophal das Debakel bei der Wiener Wahl ausfallen wird, wenn man sich so weiter von den Stammwählern weg entwickelt – irgendwann wird man auch den Grünen als Wähler mal einen Denkzettel verpassen wollen.
ich kenne das Gefühl im vollem Enthusiasmus gebremst zu werden. es ist wie ein Schlag auf den Kopf bei voller fahrt.
Aber wir dürfen die Grünen nicht fallen lassen. In diesem System sind sie die beste Partei und ich habe noch Hoffnung, dass der Fortschritsglaube die Angst besiegt. Also schreibe ihnen ein paar Zeilen, mit deiner persönlichen Motivation, was du tun willst und natürlich auch dem was du momentan Scheiße findest. Das müsste reichen um dich vom unbekannten (Vor)Wähler zu jemanden mit Gesicht werden zu lassen.
Die Grünen wissen noch gar nicht was für tolle Wähler sie haben!
Auf der Website der Grünen kann man ein Unterstützer-Antragsformular downloaden, auf dem folgender Punkt existiert:
Ich möchte via E-Mail über aktuelle Veranstaltungen und Termine der Grünen Wien informiert werden (zutreffendes bitte ankreuzen): ❑ ja ❑ nein
Werden alle Anträge, die mit dem offiziellen Antragsformular gemacht werden, und auf dem hier mit “nein” beantwortet wird, also automatisch abgelehnt? Warum steht dann nicht gleich dort, dass der Erhalt der Infos obligat ist? Letztlich haben die Begründer der Grünen Vorwahlen diese Frage eigentlich nur kopiert.
@Sonja, du meinst es würde irgendeinen unterschied machen wenn die grünen plötz 270 mitgliedsanträge statt unterstützungsanträge bewerten müssten?
ich kanns dir sagen, warum ich nicht mitglied werden will.
1. ich bin journalist und will mich keinem parteibuch verpflichten
2. ich strebe keine politische karriere an
3. ich unterstütze die grünen dort wo es mir sinnvoll erscheint und meine fähigkeiten korrekt eingesetzt sind gerne, aber ich werde wahrscheinlich nie flyer für sie verteilen etc.
kurz und knapp: ich bin ein paradeunterstützer, aber ein schlechtes parteimitglied.
Die Videos sind unglaublich komisch. Das ist die Art von Humor, die entsteht, wenn jemand gezwungen wird, das Offensichtliche zu argumentieren. („Der Himmel ist nicht lila, nein, wir haben uns hingesetzt und ihn uns zu dritt gemeinsam angeschaut, und wir sind alle drei….“)
Es ist doch völlig klar:
a) Hier wird niemand unterstützt. Hier wird nur ein großer Medienrummel erzeugt, die grüne Organisation lahmgelegt und bewußt negative Stimmung gemacht.
b) Jeder einzelne, der jetzt auf die Idee kommt, sein Wahlrecht im November per Unterstützer-Status einzufordern und hintennach erklärt „Jaja, und wenns sein muß arbeit ich auch mit“… jeder dieser „Vorwähler“ muß sich die Frage gefallen lassen, warum er grad jetzt auf die Idee kommt, warum er nicht schon seit langem mitarbeitet, warum er nicht schon letztes Jahr mit der gleichen Dringlichkeit und Vehemenz Unterstützer werden wollte, und schließlich und vor allem: Warum er nicht gleich Mitglied wird. - Wenns darauf keine glaubwürdigen Antworten gibt, verweist das das ganze Vorwahl-Projekt in das Reich des inhaltsleeren, selbstverliebten Aktionismus.
Es ist mir völlig schleierhaft, warum die Grünen nicht einfach vom ersten Moment an gesagt haben: Du kummst hier net rein. Warum sie nicht klar argumentieren, daß die demokratische Mitbestimmung über die Organisation selbstverständlich nur aus der Organisation heraus und nicht (wie’s auf derstandard.at so schön heißt) im Flashmob-Verfahren erfolgen kann. Dieses weicheierische Vermeiden der klaren Worte „Rechte und Pflichten“, dieses nicht Farbe Bekennen ist das einzige, was ich den Grünen in diesem Zusammenhang vorwerfe. (Und ich hätt mir nie träumen lassen, daß ausgerechnet ich 2009 die Grünen verteidige.)
Zur völlig realitätsfernen Reaktion mancher enttäuschter Spontis in den Kommentaren hier fehlen mir die Worte. (Außer vielleicht: „Jo mei. Oft amal wacht ma auf und steht im Leben.“)
Ich bin auch einer von denen die das Kreuzchen gemacht haben, der Grund war jedoch ein Reflex. Wenn ich mich auf einer Seite eintrage, dann will ich keinen Newsletter, da mir die bereits existierenden Zusendungen in meine Emailbox genügen. Jetzt wo ich noch einmal darüber Nachdenke könnte ich mir eine Begründung vorstellen, warum es notwendig ist den “Grünen Newsletter” zu bekommen: Man muss ja von irgend woher die Informationen über den Wahlablauf oder sonstige wichtige Ereignisse bekommen. Oder gibt es da andere Möglichkeiten?
Nun finde ich es aber als schlechten Zug der Grünen nach Ablauf der Frist zu sagen, man hätte das und das machen sollen. Ich würde mir von den Grünen zumindest wünschen, dass ich darüber informiert werde, warum ich abgelehnt werde, damit ich die “Formfehler” korrigieren kann.
Trotz alledem eine echte Begründung für die Ablehnung der Vorwähler konnte ich aus dem Video bisher nicht herauslesen. Geht es jetzt um eine Pflicht oder nicht? Haben wir im November eine “Wahlpflicht”? Soviel ich erfahren habe geht es um 40 Kanditaten die in etwa 12 Stunden gewählt werden. Wenn dies tatsächlich so ist, dann muss ich mich eingehend vorher informieren und nicht erst am Wahlabend und man muss auch wirklich interessiert sein, wenn man 12 Stunden durchhalten muss. Also auch wenn man dieses Formular abgegeben hat, vermute ich, werden aufgrund “natürlicher Auslese” (Zeitgründe, Terminprobleme, sinkendes Interesse, …) in den nächsten Monaten automatisch einige wegfallen. Aber mir scheint es so, als ob die Grünen diese Auslese gerne selbst mit äußerst zweifelhaften Gründen durchführen wollen.
Ich bin auch aufgenommen worden, aber ich hab im Freundeskreis auch jemanden der nicht aufgenommen wurde.
Meine erste Reaktion darauf?
“Ich komme zum Open House am 7. Juli 2009 um 19 Uhr ins Grünen Haus, Lindengasse 40, 1070 Wien und überreiche Ihnen mein Austrittsgesuch, wenn sie nicht im Stande sind mit Individuen, wie einer Freundin von mir, kein normales Gespräch zu suchen!”
Ich habe diese Nachricht schließlich doch nicht abgeschickt, aber ich habe sie dennoch als Entwurf gespeichert und erwäge eine solche Option, wer noch?
Ich hab von den Grünen noch nichts gehört, aber es macht mir auch fast nichts mehr aus, sollten sie mich ablehnen.
Eine Partei, die Ihre Statuten nur dann ernst nimmt, wenns ihnen passt, kann mir gestohlen bleiben. Ich muss mir sehr gut überlegen, ob ich so einer Partei bei Wahlen meine Stimme geben mag.
Die Grünen haben in meinem Fall aus einem Sympathisanten einen Antipathisanten gemacht. Gratuliere!
gehe konform mit Gerold: reflexhaftes Ankreuzen einer “Nein danke, hab schon genug Werbung/Infos/Müll in meiner Mailbox”. Und würde daher beim zweiten Mal diese Box wohl nicht mehr ankreuzen, denn es stimmt schon, natürlich machen auch Infos nach Push-Prinzip Sinn.
@ossi1967: Wenn schon mehr angeboten wird als Schwarz/Weiß, dann soll das auch genutzt werden können. Und ich will wie Tom kein Partei-Mitglied werden (Schwarz). Ich will aber auch mehr tun können als nur in der Wahlzelle ein Kastel ankreuzen (Weiß). Daher finde ich die Idee eines Unterstützer-Status (Grau) prinzipiell gut.
Als Selbständiger mit Familie habe ich ein anderes Zeitbudget als noch vor Jahren als Student. Jetzt will ich einen Gutteil der Freizeit mit der Familie haben und auch für mich zum Ausgleich. Jeder soll doch beisteuern können was und in welcher Form es möglich ist. Der eine hat mehr Zeit anzubieten, die andere produziert etwas am Computer. Neben Ellensohn auf der Straße zu stehen und gegen Rechtsextreme zu brüllen ist nicht meine Vorstellung einer Mitwirkung. Da wird’s doch wohl auch anderes geben.
Und so könnte man sich durchaus zusammensetzen und schauen, was ich den Grünen bieten kann, und ob’s erwünscht ist und für die Grünen Sinn macht. Dazu wird’s offensichtlich nicht mehr kommen, so wie’s aussieht.
@maxl: unvorstellbar für mich. Wegen Beleidigt-Sein die politische Richtung um 180° ändern? War wohl nicht ernst gemeint, oder?
@Hultsch - richtig abgeleht, oder nur “gesinnungsgeprüft”? Wenn abgelehnt, mit welcher Begründung (auch weil hier ja einige (auch ich) neugierig sind, wie sowas denn jetzt wirklich aussieht)?
“Grau” ist schon OK, keine Frage. - Unter der Voraussetzung, daß es auch grau ist, sprich: Daß man den eignenen Willen zur gelegentlichen, unstrukturierten, nicht organisierten, … Unterstützung in den Vordergrund stellt.
Die Vorwahlen tun das nicht. Die Vorwahlen haben zum Ziel, mit der absoluten Mehrheit der Stimmen die Parteiorganisation auszuschalten und (im besten Fall - mal sehen was kommt) irgendwen auf Kandidatenlisten zu wählen. Ist das Unterstützung? Ich nenne es eine feindliche Übernahme. (Die Art, wie das Projekt aufgezogen wurde, spricht ebenfalls dafür, daß man nicht in erster Line „die Grünen unterstützen“ will.)
Nicht vergessen: Die Wiener Grünen sind eine Organisation, die ihre Kandidaten selbst bestimmen können muß, weil sonst weder der Wahlkampf noch die anschließende politische Arbeit funktioniert. - Welche Chancen hat eine Kandidatenliste, die gegen den Willen der grünen Basis von Außenstehenden durchgeboxt wurde? Welchen Rückhalt in, welche Unterstützung durch die grüne Organisation haben diese Kandidaten dann im Wahlkampf und in der späteren politischen Arbeit als Mandatare?
Du schreibst: „Jeder soll doch beisteuern können was und in welcher Form es möglich ist. Der eine hat mehr Zeit anzubieten, die andere produziert etwas am Computer.“ - Richtig! Super! Es versteht nur niemand, warum plötzlich zeitgleich hunderte auf die Idee kommen, daß sie mit ihren Blogs die Grünenso sehr unterstützen, daß diese ihnen die goldene Ehrennadel überreichen sollten, sie aber zumindest im November mitwählen lassen müssen. Umgekehrt wird ein Schuh draus: Oberstes Ziel ist es, im November „die anderen“ niederzustimmen. Wenn das nicht das Ziel ist, wenns wirklich nur um die Mitarbeit und Unterstützung geht: Wieso nicht den Unterstützerantrag irgendwann im August abgeben, wenn der Rummel vorbei ist?
Man muß schon mit offenen Karten spielen in der Diskussion. Die Grünen tun das („wir sind überfordert“, „es geht um die Menge der Anträge“, „wir wissen nicht wie wir damit umgehen sollen). Das läßt sie teilweise recht patschert dastehen, ich finds aber überraschend sympathisch.
Die Vorwähler verstecken ihr eigentliches Ziel (Mehrheit am 15.11., bedingungsloses Zusammentrommeln möglichst vieler Stimmberechtigter) hinter schönen Worten wie der vorgeblichen oder tatsächlichen „Mitarbeit“ und „Unterstützung“ und tun so, als ob die Grünen grad die Unterstützung nicht annehmen wollten. Das ist eine unzulässige Vermischung von zwei völlig verschiedenen Ebenen und eine unlautere und tendenziöse Verschleierung von Motiven.
Ich kann nicht anders, ich find das ungehörig, undurchdacht, unlogisch und bis zu einem gewissen Grad sogar voll perfider Bösartigkeit. - Ich hab auch, wenn ich mir die Blogs von VW-Unterstützern so durchles, hin und wieder das Gefühl, daß hier hoch engagierte und leicht zu begeisternde Menschen verheizt werden. Der objektive Schaden ist gering: dzt. 292 Unterstützer. Die zu frustrieren können sich beide Parteien in diesem Konflikt leisten. Kollateralschäden, nicht wahr? Was am Ende bleibt ist der gesteigerte Bekanntheitsgrad der VW-Initiatoren.
@ Ossi1967: Dein Statement offenbart aufs Neue die ganze Dramatik des Mißverständisses. Die grünen Parteifuzzis können sich die Vorwahl-Internetfuzzis gar nicht anders vorstellen, als als verschworene Gruppe mit dem versteckten Ziel der feindlichen Übernahme. Das sind wohl die Kategorien, in denen (bislang immer) gedacht wird und wenn man ehrlich ist wurde dieser UnterstützerInnen-Paragraph ja genau für diesen Zweck in den Statuten verankert. Ich kenne eine ganze Reihe von Personen, die irgendwann in den letzten 10-15 Jahren aus diesem Grund mal aufgefordert wurden, zumindest vorübergehend UnterstüzterIn zu werden um irgendwen bei einer Listenwahl anzukreuzen.
Nur funktioniert die Welt außerhalb der Grünen Partei anders. Lass dir das gesagt sein, lieber Ossi1967 und auch ihr anderen im Landesvorstand. Die ganze Argumentation der Grünen Vorwahlen zielt darauf ab, dass der Prozess der Listenerstellung eine öffentliche Bühne bekommt. Das ist eine CHANCE für die bestehenden GemeinderätInnen wie für jene, die es beim nächsten Mal werden wollen. Kann schon sein, dass vielleicht die eine oder andere Person nicht (mehr) gewählt würde, aber die Annahme, da sei eine Kadertruppe am Werk, die schon ihre eigene Liste im Schubladerl hat, zeigt nur, wie eigene Denkmuster funktionieren. (Honi soit qui mal y pense.)
Denk(t) doch lieber mal daran, dass all diese Fuzzis auch noch FreundInnen, Followers, Blog-LeserInnen haben, die zwar selbst kein Formular ausgefült haben, aber genau beobachten, wie mit der Initiative umgegangen wird. Ihr seid auf einer Bühne, nicht im Kampf gegen eine Untergrundorganisation. Macht euch das bitte bitte endlich bewusst.
Die Dramatik des Mißverständisses zeigt vor allem, daß Du mich in die Schublade „Parteifuzzi“ und „ihr im Landesvorstand“ steckst. Ich hab mit denen nix am Hut. Mit den Parteifuzzis nicht, mit dem Landesvorstand nicht und mit den Grünen insgesamt (derzeit) schon gar nicht. Ich bin ein Wähler auf der Suche, für den die Grünen zwar nicht prinzipiell unwählbar, derzeit aber kaum wählbar sind. Die Vorwahlen (falls sie erfolgreich sind und im November eine nennenswerte Anzahl von Unterstützern aufkreuzt) mindert die theoretische Wählbarkeit der Grünen wieder drastisch. Daher mein Engagement in der Diskussion: Ich will nicht, daß mir eine weitere Option bei der Wahl verloren geht.
Wenn ich „feindliche Übernahme“ schreibe, impliziert das nicht ein gemeinsames Ziel oder eine Absprache der Vorwähler. (Wobei: Wer weiß was passiert, wenn zB ganz überraschend einer der prominenten Initiatoren oder Unterstützer der Vorwahlen kandidiert…)
„Feindliche Übernahme“ heißt in meiner Wahrnehmung einfach, daß die Grüne Basis die Möglichkeit der Entscheidung über ihre eigene Partei verliert, wenn (wie in den FAQs dieser Seite angedeutet) 500 Vorwähler ca. 300-450 „echten Grünen“ gegenüberstehen. Der Verlust der Selbstbestimmung ist eine feindliche Übernahme und wahrscheinlich ein traumatisches Erlebnis für die Partei. Dabei spielt es keine Rolle, ob die 500 Vorwähler ein geheimes, gemeinsames Ziel verfolgen (glaubt das wirklich jemand?) oder ob es (was ich annehme) 500 Einzelkämpfer sind, die eben genau deswegen nicht organisiert bei den Grünen mitmachen, weil das ihrem Einzelkämpfertum widerspricht.
Das also meine ich mit „feindlicher Übernahme“. Und weniger wählbar werden die Grünen durch die Aktion dann, wenn die Vorwähler in Summe (auch unabgesprochen) eine Kandidatenliste durchpeitschen, die keinen Rückhalt in der grünen Organisation und bei der der grünen Basis hat. Diese Kandidaten wären das Papier nicht wert, auf dem ihre Plakate gedruckt werden, weil sie ohne diese Unterstützung nicht erfolgreich arbeiten können.
Die Drohung mit den „Freunden, die genau beobachten, wie mit der Initiative umgegangen wird“ machts übrigens nicht besser. Was sollen diese Drohungen auf dem Niveau von „weiß isch wo du wohnst, alder, komm isch mit brüder“?
@ossi1967: Sorry, aber ich glaub du musst dir leider den Vorwurf gefallen lassen, dass du dich offensichtlich noch nicht sehr intensiv mit der Sache “Grüne Vorwahlen” beschäftigt hast.
Um nur ein paar deiner Irrtümer aufzuklären:
Das “nach den eigenen Möglichkeiten mithelfen” gut und super finden und gleichzeitig zu kritisieren dass “plötzlich zeitgleich hunderte auf die Idee kommen, daß sie mit ihren Blogs die Grünen so sehr unterstützen” find ich schon etwas seltsam: 1. wirst du wohl bei etwas genauerem Nachforschen verwundert sein, wie lange manche der von dir angesprochenen Blogger sich schon mit der Grünen Sache und den gemeinsamen Zielen beschäftigen. 2. Kann ich auch nirgendwo etwas darüber finden, dass nun alle Grünen Vorwähler bloggen müssen, oder dies gar der einzige Weg der Unterstützung wäre. Da fallen mir viele andere Möglichkeiten ein, dir sicher auch.
Bezüglich “goldene Ehrennadel verdienen”: Ich persönlich will mir weder eine goldene Nadel verdienen, noch wüsste ich wie mir das in dieser Geschichte irgendwie gelingen sollte. Was ich will ist, bei einer guten Sache, nämlich den Grünen, mitzubestimmen, als eine kleine demokratische Stimme unter vielen. Mein Demokratieverständnis sagt mir, dass das mein gutes Recht sein sollte. Es gibt aus meiner Sicht absolut kein Argument dafür, warum irgendwer vor meiner individuellen Meinung oder Stimme Angst haben sollte. Besonders deine Aussage “Welche Chancen hat eine Kandidatenliste, die gegen den Willen der grünen Basis von Außenstehenden durchgeboxt wurde?” stößt bei mir auf Verwunderung: Als langjähriger Grünwähler sehe ich mich als Teil dieser grünen Basis. Meine Stimme soll dazu beitragen die Qualität der Kandidatenliste weiter zu verbessern. Ich will nicht gegen meinen Willen irgendetwas durchboxen!?!
Bezüglich “mit offenen Karten spielen”: alles was die Grünen VorwählerInnen tun, denken, miteinander kommunizieren etc. ist entweder hier und in den diversen Blogs für absolut jeden zugänglich und nachlesbar, oder findet in Veranstaltungen statt, die ebenfalls hier bekannt gegeben werden und zu denen wiederum absolut jeder herzlich willkommen ist. Mehr Transparenz geht schon fast nicht mehr!
Warum sich trotzdem so hartnäckig eine Art Verschwörungstheorie hält, dass die Vorwähler “ihr eigentliches Ziel verstecken”, wie du es formulierst, ist mir absolut schleierhaft. Du sagst ja sogar selbst, dass man - wenn man sich etwas ausfürhlicher mit den Blogs beschäftigt - viele hoch engagierte Menschen findet. Warum du diesen Menschen dann nicht zutraust, dass sie sich nicht von irgendwem für irgendwelche Zwecke verheizen lassen, ist mir schleierhaft. Auch du könntest dich so wie alle anderen fast 292 bei den Grünen Vorwahlen anmelden, glaubst du wirklich durch diese Unterschrift bist du dann plötzlich so gehirngewaschen, dass du nicht mehr in der Lage wärst selbst zu denken und zu entscheiden, sondern dich für irgendeine Sache benutzen lassen würdest?
Sorry, aber ich höre das bei weitem nicht zum ersten Mal, und ich finds langsam echt beleidigend, daher nochmal:
ABSOLUT JEDER kann sich hier anmelden, insofern ist es mir vollkommen unverständlich wie irgendjemand annehmen kann, dass irgendwer (wer auch immer das angeblich sein mag), diese Leute dann unter Kontrolle hat und für irgendwelche Zwecke missbrauchen kann. Mich hat jedenfalls niemand unter Kontrolle und ich werde meine Stimme nach Bestem Wissen und Gewissen für die Grünen Ziele einsetzen. Und ich gehe davon aus, dass das alle anderen 292 das genauso sehen.
@ Ossi1967: Da hab ich mich nicht deutlich ausgedrückt. Ich wollte dich nciht gleichsetzen mit den Parteifuzzis oder dem Landesvorstand, sondern mich EINERSEITS an dich und ANDERERSEITS an die mitlesenden Parteifuzzis und Landesvorstandsmitglieder wenden, ist ja eine öffentliche Diskussion. Das hab ich in meinem Beitrag nicht ausreichend deutlich gemacht.
Deiner Argumentation bezüglich der “echten Grünen” widerspreche ich allerdings vehement, darum geht es ja. Ich wünsche mir meine Partei als eine Bewegung, in der man nicht “echter” ist, nur weil man seinen Hintern in unzähligen Parteigremialsitzungen platt gesessen oder sich einen Schnupfen am Infostand geholt hat. Ich spreche dem Landesvorstand und auch David Ellensohn & Co - und auch dir - das Recht ab, zu entscheiden, was “echt grün” ist und was nicht. Das bedeutet nicht, dass mit Themen wie Antirassismus/-faschismus (lieber allerdings Pro-Demokratie; bin kein Freund von Anti-…), Chancengleichheit, Diversität, Ökologie etc. nicht am Herzen liegen. Ich will mir aber nicht vorwerfen lassen, ich sei kein richtiger Grüner, nur weil ich - z.B. - das politische Mittel der Straßendemonstration nur in Ausnahmefällen für sinnvoll erachte.
Danke für Deine Antwort… und vor allem fürs Lesen.
Deine Klarstellung bzgl. -fuzzis und Vorstandsmitglieder beruhigt mich. Ich dachte schon, ich stehe hier im Verdacht, ein undercover-Vorstandsmitglied zu sein. (Was allerdings durchaus eine witzige Vorstellung ist, wenn man mich kennt.)
Sehr interessant ist Dein Argument „Ich wünsche mir meine Partei als eine Bewegung, in der man nicht ‚echter‘ ist, nur weil man seinen Hintern in unzähligen Parteigremialsitzungen…“ usw.
Das trifft einen entscheidenden Punkt, der bereits vor längerer Zeit von anderen angesprochen wurde: Die Grünen sind nun mal eine Organisation, keine lose Bewegung. Es gibt Statuten, Hierarchien, Gremien, Strukturen, definierte Entscheidungsprozesse… Vor allem: Es gibt ein „Innen“ und ein „Außen“. Es gibt die Leute in der Organisation (das sind aus meiner Wahrnehmung die Grünen, die Grüne Basis, das, was ich als Außenstehender wahrnehme, wenn ich auf die Grünen schaue), und es gibt daneben jene, die außerhalb der Organisation stehen. (Oder sich eben auch bewußt außerhalb der Organisation stellen.) Das kann man sich anders wünschen, aber im Moment ist das der Stand der Dinge, der den Rahmen des Möglichen vorgibt.
Ich halte es aus der Sicht eines potentiellen Wählers für sinnvoll und eigentlich sogar zwingend, daß diese Trennung zwischen innen und außen aufrecht erhalten bleibt; daß die Organisation ihre Kandidaten zur Wahl stellt, nicht die Kandidaten einer kaum definierten, für den Wähler nicht greifbaren Bewegung.
Ich verstehe den Wunsch nach dieser Bewegung, ich verstehe den Wunsch nach Veränderung. Ich verstehe diesen Wunsch vor allem angesichts des traurigen Bildes, das die Grünen derzeit abgeben. Mehr noch: Ich selbst wünsche mir und unterstütze eine vor allem personelle Veränderung. Aber ich setze voraus, daß diese Veränderung aus der Organisation kommt, sonst ist sie nur täuschende Behübschung und hat keinen Wert, keine Aussagekraft darüber, wo die Grünen stehen.
Natürlich spreche ich Dir nicht das Recht ab, auf inhaltlicher Ebene ein waschechter Grüner zu sein. Das ist von meinem Standpunkt aus nur überhaupt nicht relevant in diesem Zusammenhang: Ich bewerte nicht die inhaltliche Nähe zu grünen Zielen, ich sehe nur, daß der eine in der Organisation ist, der andere nicht. Der in der Organisation ist für mich ein „Grüner“, auch wenn er grüne Ideale schon vor 10 Jahren verkauft und verraten hat. Der, der außerhalb der Organisation geblieben ist, ist kein Grüner. Das ist halt so, wenn man von Parteien spricht.
Noch ein Gedanke zur „Bewegung“: Wenn es mir darum geht, eine wirklich gute, mit frischen Gesichtern angereicherte und grünen Idealen verpflichtete Kandidatenliste zur Wahl zu präsentieren… und wenn ich (realistischerweise) davon ausgehen muß, daß die Grünen selbst das in ihrer derzeitigen personellen Zusammensetzung nicht für mich tun werden… wäre es nicht der moralisch richtige und saubere Weg, unabhängig von den Grünen eine eigene Kandidatenliste aufzustellen?
Natürlich, das ist nicht praktikabel: Man müßte administrative Hürden im Wahlrecht nehmen, man bräuchte Geld für den Wahlkampf, man bräuchte jede Menge Helfer und Unterstützer für den Wahlkampf, man bräuchte schließlich neben den eigentlichen Kandidaten auch eine Reihe von Mitarbeitern, die das Werkl auch nach (erfolgreich) geschlagener Wahl am Rennen halten… Kurz: Man bräuchte eine Organisation, die das Geld und die Arbeitskraft bereit stellt.
Die Vorwahlen machen nun ganz raffiniert eines: Sie rufen dazu auf „Bastelt Euch Eure eigene Liste!“ - und sie bürden die Kosten und die Arbeit, also alles was dann nicht mehr so cool ist, der vorhandenen grünen Organisation auf. Wenn die sich wehrt, wird sie ausgebuht. Das hat doch irgendwie auch was Parasitäres, oder sehe ich das falsch?
Verantwortung. Die Grünen tragen die Verantwortung für ihre Partei. Meiner Ansicht nach übernehmen auch Unterstützer und Mitglieder mit ihrem Beitritt Verantwortung. Der Jubel es in diverse Medien geschafft zu haben ist allerdings nur solange verständlich, als die Grünen dadurch nicht zur Lachnummer werden. Die Grünen haben neben der Mitgliedschaft auch den Titel der Unterstützer eingeführt, damit definieren ihre Aussengrenzen durchlässiger. Ich fände es sehr schade, wenn das dem Erfolg der Partei mehr schadet als nützt. Ich wurde Unterstützer, indem ich einfach zum Grünen Haus ging und mich dafür anmeldete, das war keine besonders große oder schwierige Sache, weil ernst gemeint.
@Andreas Konecny: Das sehe ich genauso, Unterstützer übernehmen Verantwortung. Auch als Wähler habe ich Verantwortung für die Grünen, zumindest wenn ich mich öffentlich äußere. Ich glaube nicht, dass die Grünen durch die Vorwahlen in den Medien zur Lachnummer werden, denn auch wenn mediale Häme zu spüren ist, ist es doch ein Zeichen einer lebendigen Partei, dass hier über solche Partizipationsformen diskutiert werden kann - das geht sonst nirgendwo.
Wenn es jetzt leider auch negative Presse gibt, liegt das meines Erachtens an der zu zögerlichen Reaktion der Partei (2 Monate Wartezeit) und an schwammigen Kriterien, die nur allzu durchsichtig darauf ausgelegt sind, nicht allzu viele Wähler am Vorwahlprozess teilhaben zu lassen. Das ist wirklich sehr schade.
Ich hätte viel lieber mediale Präsenz nach dem Motto “Wiener Grüne öffnen sich gegenüber Wählerinitiative” oder “Grüne experimentieren mit neuen Partizipationsformen” gesehen. Wenn aber existierende Statuten plötzlich anders ausgelegt werden als bisher, ist es nicht verwunderlich, wenn es zu einem Aufschrei kommt, den dann auch die Medien aufnehmen.
Vorhergeschickt, ich war nie bei den den Grünen ( bin also kein verbitterter Minivoggenhuber) noch bei der ALÖ ( früher war alles besser) sondern bis vor 6 Jahren bei der KPÖ.
Ist nur die Frage was mir unsympathischer ist, die wiener Grünen, deren Teile ihren Stolz scheinbar darin haben, immer zu denken , wir sind am linken Flügel der Grünen-Bundespartei ( na das man den Lissabon-Vertrag abgelehnt hätte , davon habe ich nichts öffentlich gehört) oder die Unschuldsengeln , Gruenen Vorwahlen, die doch natürlich niemanden in den Gemeindesrat schieben wollen.
Sind sicher keine Kadergruppe, die die Grünen unterwandern wollen ( dafür haben die auch null Programm und keinen theoretischen Ansatz) aber für ein paar FreundeInnen geht es vielleicht als Mandatare . Und dann ein paar Angestelltenposten in der Fraktion gehen dann auch noch.
Entrismus ist von Leo Trotzki vor über 70 Jahre , das ist wenigstens ein theoretisches Konzept, dass die Trotzkisten daran immer scheitern, zB 4 Parlamentsabgeordente in GB für Labour-Party und dann ausgeschlossen werden, zeigt das diese Taktik auch nicht so ganz funktioniert.
@stefan: wir brauchen kein “programm” - das haben die grünen und wir werben für unterstützerInnen - und auch wenns vielleicht schwer nachzuvollziehen ist, ich weiss von niemandem dem es nach einem mandat gedürstet (leider, denn es wär ja eigentlich gut). dass sich eine handvoll menschen für demokratie interessiert ohne selbst was besonderes zu wollen scheint oft gerade jenen, die immer gern vom umfassenden “gegenentwurf” zu unserer gesellschaft reden am allerschwersten nachvollziehbar zu sein. was für ein menschenbild steht da eigentlich dahinter?
@stefan (OT): bin selber beim CWI (SLP) und ich find, dass die taktik gut aufgegangen ist. hätten sie uns damals nicht ausgeschlossen, müssten wir uns fragen, was wir falsch gemacht haben (s. funke/SPÖ) …
insgesamt seh ich die GVW deshalb positiv, weil sie den wunsch nach veränderung und mehr transparenz und mitbestimmungsmöglichkeiten so deutlich zum ausdruck bringen. dass die grüne parteispitze in wien nicht im stande ist, diese potzenziellen sympathisantInnen einzubinden und die GVW quasi in eine grüne wahlbewegung zu transformieren, sagt meines erachtens viel über den zustand der partei aus.
allerdings finde ich wohl, dass die GVW (bzw. die auseinandersetzungen darum) auch jetzt schon genutzt werden sollten, um diskussionen über strittige “grüne themen” wie euro battle groups (militärische aufrüstung) & tschadeinsatz, lissabonvertrag (vs. volksabstimmung in .at), studiengebühren für ausländerInnen, regionale koalitionen mit der FPÖ, zugangsbeschränkungen für migrantInnen, akzeptanz des EU-kurses von daniel cohn-bendit etc. klar, das sind jetzt alles keine “wiener themen”, aber ein trend ist hier IMHO dennoch ersichtlich.
es geht mir nicht darum, schmutzwäsche zu waschen - offenbar können die grünen bei manchen mit solchen themen ja auch punkten -, aber ich fänd’s eben gut, die blogs und andere kanäle auch jetzt schon für solche diskussionen zu nutzen - schließlich geht’s ja um einen mitbestimmungs- und veränderungsprozess. ich selber hab solche diskussionen mit ulrike lunacek und anderen bereits geführt, aber ich hielt’s für spannend, diese und ähnliche fragen unter der basis zu diskutieren. auch die frage, was für ein programm für die gemeinderatswahl 2010 (falls nicht bereits herbst 2009) angebracht wär und vor allem, welche strategie geeignet wär, um strache & co. zumindest im ansatz den wind aus den segeln zu nehmen.
so, ist jetzt zwar bissi lang geworden, aber ich hoff, ihr nehmt mir das nicht all zu übel. naja, bewegendes thema halt … und ja, “wiener grüne öffnen sich gegenüber wählerInneninitiative”, “grüne experimentieren mit neuen partizipationsformen” u.dergl. wären tatsächlich super schlagzeilen gewesen. so aber wird die publicity in nächster zeit wohl nicht so gut sein - was wiederum negative auswirkungen auf das wahlergebnis und in folge auf die motivation, hier mitzuarbeiten, haben wird. ich kann den anderen parteigrünen nur raten, ihre kritik am landesvorstand laut und in aller öffentlichkeit auszusprechen - stichwort schadensbegrenzung.
[...] Ablehnung der Bewerber erfolgt nun aber mit der Begründung - siehe diese Videos - der “Wunsch mitzuarbeiten” sei aus den Anträgen nicht hervorgegangen, obwohl alle [...]
40 Kommentare
Also ich hab diese fatale Checkbox angekreuzt und zwar weil die Grüne Post von meinem Vormieter sowieso in den Briefkasten kommt. Der ist Mitglied bei den Wiener Grünen und seit 2 Jahren umgezogen… ob das die Grünene wissen? Ob sie ihn aus der Partei ausschließen würden, weil er sich gegen ihre Post wehrt?
Wahrscheinlich nicht, aber ich werde deswegen wahrscheinlich nicht aufgenommen.
Also was tue ich jetzt am Besten?
Muss ich dem Landesvorstand jetzt erklären was ich alles tun kann, wie motiviert ich bin, in welchen Arbeitsgruppen ich verwertbar bin?
Vielleicht hätte ich einen Lebenslauf zu der Bewerbung dazu geben müssen…
Nachdem ich bis jetzt noch keine Brief und nix erhalten hab als Rückmeldung könnt ich ja anfangen Flyer beim MQ-Flashmob am Samstag auszuteilen…
Ehrlich gesagt versteh ich nicht, warum die VorwählerInnen nicht einfach Mitglied der Grünen werden und mitbestimmen bei der Landesversammlung. Wäre doch eigentlich möglich.
@Thomas: Es sieht tatsächlich so aus, als könntest du genau deshalb abgelehnt werden. Ernstgemeinter Vorschlag: Bitte schreib dem Grünen Landesvorstand ein Mail, dass du fürchtest abgelehnt zu werden, weil aus deinem Antrag nicht hervorging, dass du am Grünen Projekt mitarbeiten willst, genau das aber der Fall ist.
Die Email-Adressen der Vorstandsmitglieder:
petra.galkova@gruene.at, momo.kreutz@gruene.at, markus.rathmayr@gruene.at, claudia.smolik@gruene.at, babsi.wittinger@gruene.at, lukas.wurz@gruene.at, angela.stoytchev@gruene.at, birgit.meinhard-schiebel@gruene.at, robert.korbei@gruene.at
So leicht dürfen wir es einzelnen (!) Grünen nicht machen, uns abzulehnen! Kämpfen wir um diese Grünen.
@sonja: ehrlich gesagt versteh ich nicht, weshalb die grünen dann so einen auf basisdemokratie und bewegungspartei machen. offenbar ist nicht viel daran gelegen, interessierte leute möglichst lose ins parteigeschehen einzubinden. einerseits geben sich die grünen wiens so links und offen, andererseits finden gesinnungsprüfungen statt?! das passt nicht zusammen - da sollen sie lieber tacheles reden und gleich das statut ändern. selbst die vorarlberger grünen versuchen, ihr umfeld stärker einzubinden: http://vielstimmig.at/
sorry, is´ so langweilig, dass ich eingeschlafen bin und keine Zeit über habe mir das nochmal anzuhören!
Hm. Ich versteh eigentlich immer noch nicht, wieso es schlimm sein sollte, einfach einmal alle aufzunehmen. Die, die teilhaben können und wollen werden das tun - die anderen halt nicht. Inwiefern stellen letztere ein Problem dar? Inwiefern schädigen die die Partei? Natürlich ist die größtmögliche Teilhabe wünschenswert - ob die Bereitschaft dazu vorhanden ist, kann man im vorhinein halt nicht feststellen. Daher wäre es das Klügste, die Leute durch Entgegenkommen zu motivieren anstatt untaugliche Versuche zu unternehmen, die Teilhabebereitschaft doch noch irgendwie einschätzen zu können. Denjenigen, die sich wirklich gar nicht rühren, kann man ja später immer noch den UnterstützerInnenstatus aberkennen, wenn man das aus organisationskulturellen Gründen sinnvoll findet. Aber egal, mit der Entscheidung muss man jetzt halt leben.
Ich versteh nicht ganz, von welcher Checkbox die Rede ist… Bitte um Aufklärung…
Es geht um das Kästchen auf dem Formular, mit dem du die Verwendung deiner Adresse zu Massenaussendungen verweigerst.
“Bitte meine Adresse nicht für Massenzusendungen verwenden – ich informiere mich online selbst!”
böse oder?
“Hätten wir uns an das Statut gehalten, wäre klar gewesen …”. Ich versteh diese Angst vor neuen Leuten nicht. Ich seh die Berechtigung des Landesvorstandes nicht, “das Statut” umzuinterpretieren und plötzlich neue Regeln aufzustellen und ich frag mich langsam, ob ich eigentlich Mitglied bei so einer “Wir-innen-Du-außen-Kaderpartei” bleiben will.
also ich bin irgendwann ganz einfach grünes mitglied geworden, wollte mitreden und mitbestimmen. ich bin NICHT geprüft worden oder sonst was. ich bin lose eingebunden, erleb keinen zwang irgendwas tun zu müssen, werde informiert, kann mitreden, kann mitwählen,….. wie lose soll es denn noch sein??? wenn ich in einer organisation mitreden will, muss ich mich zu dieser organisation bekennen. warum ist dies so schlimm???? wo ist hier das problem?? ich versteh das tamtam nicht. überhaupt nicht. sorry.
Es bekennt sich ja auch jeder! Jeder Vorwähler hat sein schriftliches Bekenntnis eingeschickt. Statt dass als Antwort kommt: “Super, komm am soundsovielten vorbei, da gehts um dieses und jenes, schön dass du mitmachen willst!” kommt: “Sicher? Wirklich sicher? Da haben wir aber so unsere Zweifel… Warum sollten wir denn gerade dich aufnehmen?”
Ist ja eh legitim nochmal nachzufragen, aber dass man da nicht in helle Begeisterung ausbricht, find ich nicht ganz unverständlich.
Da sitzt der arme Helge wie ein Bittsteller da, obwohl er mit 500 neuen Leuten beim Auftakt zur Wiener Wahl aufgetaucht wäre!
Mitbestimmung nur für den der auch “Pflichten übernimmt” oder “Einbindung in die Organisationskultur”, lässt auf ein zweifelhaftes Demokratie verständnis schließen: Vorleistungspflicht für das Wahlrecht?
Gut ihre Partei, ihre Entscheidung, was solls. Was ich schade finde ist, dass sich die Diskussion viel zu oft um den Generalverdacht gegen die Vorwähler gedreht hat: sind JVPler, tauchen einmal auf und wieder unter, kennen sich in Sachfrage nicht aus. Sehr persönliche Vorwürfe eigentlich: Gesinnungscheck, Hallo?
Die Vorwähler haben das immer wieder aufgegriffen und die ehre ihrer mitglieder verteidigt: stop, was machts ihr mit unseren Leuten, nichteinmal diesen Lindinger nehmts ihr auf…
Man hätte den grünen vielleicht noch mehr erklären müssen was ihnen das bringt, wie sie das sommerloch durch die obmanns-debatte beherrschen hätten können und was sie für eine dynamik bei diskussionen und q&a geschichten im Herbst hätten reinbringen können, dann die wahl und die gewissheit einen echten kämpfer mit tollen ideen als spitzenkandidaten zu haben. noch nie wäre der spitzenkandidat einer österreichischen partei derart auf herz, nieren und auch seine publikumswirksamkeit abgeklopft worden. Schließlich hätte niemand mehr zweifel daran, dass die Grünen wirklichdemokraten sind und der in diesem land so beliebten pakelei abgeschworen haben.
die paar JVPler wären einmal wo aufgekreuzt, hätten einen gender-witz gemacht, wären draufgekommen dass es fad ist und wieder gegangen.
Schluß mit der Pakelei! es wäre ein toller slogan für die wahl fürs wiener rathaus gewesen.
Ich hab grad noch einen Clip gepostet, Bonusmaterial sozusagen. Darin fragt Teresa Eder (derstandard.at) nochmal nach, warum nicht bei allen halbaffinen VorwahlaspirantInnen nach deren Interesse nachfragt.
Ausserdem, womit Lukas Wurz, Sozialreferent der Grünen, leben können wird müssen…
http://ichmachpolitik.at/questions/454
Meiner Meinung nach fasst dieser Clip die Positionen aller gut zusammen und ist sogar witzig..=)
Wow, wird ja immer übler!
Vielleicht sollten sie einfach einen “standardisierten” Fragebogen ins Netz stellen (oder im Email beilegen), in dem sie vorgeben, wie sie sich eine Beteiligung von so einem wie zb. mir vorstellen könnten. Es sollte eigentlich (für’s erste!!) reichen, dass ich ihnen mit der Übermittlung meines Antrages meine Sympathie bekunde habe …
Was da an Energie *) verpufft - und das bei den Grünen
*) und Sympathie
Liebe Grüße,
heimo
Ich habe einen offenen Brief an den Vorstand der Wiener Grünen geschrieben. http://socialhack.wordpress.com/2009/06/11/offener-brief-an-den-grunen-vorstand/
@ Teil 2:
Ein Beispiel für richtige Transparenz. So argumentiert man reine Willkür.
Eine sehr traurige Sache das erste und zweite Video. Die Grünen standen ziemlich ahnungslos nach dem 7. Juni da, dabei brauchen sie doch nur mal selbst diese Videos sehen und sich fragen, wie das denn mit ihren (früheren?) Idealen zusammenpasst. Selbst wenn es 500 Anträge gibt, die zu prüfen wären, würd das doch viel schneller gehen, als diese Kriteriensucherei. Letztere dauert wahrscheinlich auch schon länger als eine simple kleine Telefonumfrage bzw. schriftliche Nachfrage. Ich bin ja schon gespannt, wie katastrophal das Debakel bei der Wiener Wahl ausfallen wird, wenn man sich so weiter von den Stammwählern weg entwickelt – irgendwann wird man auch den Grünen als Wähler mal einen Denkzettel verpassen wollen.
@ Thomas
Weil ich keinen Papiermüll produzieren will, und mich besser und schneller online informieren kann, werde ich automatisch nicht aufgenommen?
Ich muss und werde mir jetzt sehr genau überlegen, ob ich so wie du ein zusätzliches Schreiben anfüge, um als Unterstützer akzeptiert zu werden…
Als Wähler werde ich umworben, als Unterstützer muss ich (Sorry, so fühlt es sich subjektiv gerade an) den Grünen in den Allerwertesten kriechen…
Ist keine Wertung deines offenen Briefes, ich finde ihn sehr gut!
Muss eine Nacht drüber schlafen, ob die Enttäuschung oder der Wille zur politischen Mitgestaltung einer besseren Zukunft für meine Kinder überwiegen…
Ein sehr sehr aufgewühlter, wütender und enttäuschter!
@Philipp
ich kenne das Gefühl im vollem Enthusiasmus gebremst zu werden. es ist wie ein Schlag auf den Kopf bei voller fahrt.
Aber wir dürfen die Grünen nicht fallen lassen. In diesem System sind sie die beste Partei und ich habe noch Hoffnung, dass der Fortschritsglaube die Angst besiegt. Also schreibe ihnen ein paar Zeilen, mit deiner persönlichen Motivation, was du tun willst und natürlich auch dem was du momentan Scheiße findest. Das müsste reichen um dich vom unbekannten (Vor)Wähler zu jemanden mit Gesicht werden zu lassen.
Die Grünen wissen noch gar nicht was für tolle Wähler sie haben!
Auf der Website der Grünen kann man ein Unterstützer-Antragsformular downloaden, auf dem folgender Punkt existiert:
Werden alle Anträge, die mit dem offiziellen Antragsformular gemacht werden, und auf dem hier mit “nein” beantwortet wird, also automatisch abgelehnt? Warum steht dann nicht gleich dort, dass der Erhalt der Infos obligat ist? Letztlich haben die Begründer der Grünen Vorwahlen diese Frage eigentlich nur kopiert.
Bin verwundert. Und resigniere bald.
@Sonja, du meinst es würde irgendeinen unterschied machen wenn die grünen plötz 270 mitgliedsanträge statt unterstützungsanträge bewerten müssten?
ich kanns dir sagen, warum ich nicht mitglied werden will.
1. ich bin journalist und will mich keinem parteibuch verpflichten
2. ich strebe keine politische karriere an
3. ich unterstütze die grünen dort wo es mir sinnvoll erscheint und meine fähigkeiten korrekt eingesetzt sind gerne, aber ich werde wahrscheinlich nie flyer für sie verteilen etc.
kurz und knapp: ich bin ein paradeunterstützer, aber ein schlechtes parteimitglied.
Die Videos sind unglaublich komisch. Das ist die Art von Humor, die entsteht, wenn jemand gezwungen wird, das Offensichtliche zu argumentieren. („Der Himmel ist nicht lila, nein, wir haben uns hingesetzt und ihn uns zu dritt gemeinsam angeschaut, und wir sind alle drei….“)
Es ist doch völlig klar:
a) Hier wird niemand unterstützt. Hier wird nur ein großer Medienrummel erzeugt, die grüne Organisation lahmgelegt und bewußt negative Stimmung gemacht.
b) Jeder einzelne, der jetzt auf die Idee kommt, sein Wahlrecht im November per Unterstützer-Status einzufordern und hintennach erklärt „Jaja, und wenns sein muß arbeit ich auch mit“… jeder dieser „Vorwähler“ muß sich die Frage gefallen lassen, warum er grad jetzt auf die Idee kommt, warum er nicht schon seit langem mitarbeitet, warum er nicht schon letztes Jahr mit der gleichen Dringlichkeit und Vehemenz Unterstützer werden wollte, und schließlich und vor allem: Warum er nicht gleich Mitglied wird. - Wenns darauf keine glaubwürdigen Antworten gibt, verweist das das ganze Vorwahl-Projekt in das Reich des inhaltsleeren, selbstverliebten Aktionismus.
Es ist mir völlig schleierhaft, warum die Grünen nicht einfach vom ersten Moment an gesagt haben: Du kummst hier net rein. Warum sie nicht klar argumentieren, daß die demokratische Mitbestimmung über die Organisation selbstverständlich nur aus der Organisation heraus und nicht (wie’s auf derstandard.at so schön heißt) im Flashmob-Verfahren erfolgen kann. Dieses weicheierische Vermeiden der klaren Worte „Rechte und Pflichten“, dieses nicht Farbe Bekennen ist das einzige, was ich den Grünen in diesem Zusammenhang vorwerfe. (Und ich hätt mir nie träumen lassen, daß ausgerechnet ich 2009 die Grünen verteidige.)
Zur völlig realitätsfernen Reaktion mancher enttäuschter Spontis in den Kommentaren hier fehlen mir die Worte. (Außer vielleicht: „Jo mei. Oft amal wacht ma auf und steht im Leben.“)
hehehe… welcome to politics!
und wählts ihr jetzt alle doch ÖVP, wo die grünen sooo böse zu euch sind, obwohl ihr doch eh so fleissig bloggt…?
oder was?
Ich bin auch einer von denen die das Kreuzchen gemacht haben, der Grund war jedoch ein Reflex. Wenn ich mich auf einer Seite eintrage, dann will ich keinen Newsletter, da mir die bereits existierenden Zusendungen in meine Emailbox genügen. Jetzt wo ich noch einmal darüber Nachdenke könnte ich mir eine Begründung vorstellen, warum es notwendig ist den “Grünen Newsletter” zu bekommen: Man muss ja von irgend woher die Informationen über den Wahlablauf oder sonstige wichtige Ereignisse bekommen. Oder gibt es da andere Möglichkeiten?
Nun finde ich es aber als schlechten Zug der Grünen nach Ablauf der Frist zu sagen, man hätte das und das machen sollen. Ich würde mir von den Grünen zumindest wünschen, dass ich darüber informiert werde, warum ich abgelehnt werde, damit ich die “Formfehler” korrigieren kann.
Trotz alledem eine echte Begründung für die Ablehnung der Vorwähler konnte ich aus dem Video bisher nicht herauslesen. Geht es jetzt um eine Pflicht oder nicht? Haben wir im November eine “Wahlpflicht”? Soviel ich erfahren habe geht es um 40 Kanditaten die in etwa 12 Stunden gewählt werden. Wenn dies tatsächlich so ist, dann muss ich mich eingehend vorher informieren und nicht erst am Wahlabend und man muss auch wirklich interessiert sein, wenn man 12 Stunden durchhalten muss. Also auch wenn man dieses Formular abgegeben hat, vermute ich, werden aufgrund “natürlicher Auslese” (Zeitgründe, Terminprobleme, sinkendes Interesse, …) in den nächsten Monaten automatisch einige wegfallen. Aber mir scheint es so, als ob die Grünen diese Auslese gerne selbst mit äußerst zweifelhaften Gründen durchführen wollen.
Ich bin auch aufgenommen worden, aber ich hab im Freundeskreis auch jemanden der nicht aufgenommen wurde.
Meine erste Reaktion darauf?
“Ich komme zum Open House am 7. Juli 2009 um 19 Uhr ins Grünen Haus, Lindengasse 40, 1070 Wien und überreiche Ihnen mein Austrittsgesuch, wenn sie nicht im Stande sind mit Individuen, wie einer Freundin von mir, kein normales Gespräch zu suchen!”
Ich habe diese Nachricht schließlich doch nicht abgeschickt, aber ich habe sie dennoch als Entwurf gespeichert und erwäge eine solche Option, wer noch?
MfG Dominik Hultsch
Ich hab von den Grünen noch nichts gehört, aber es macht mir auch fast nichts mehr aus, sollten sie mich ablehnen.
Eine Partei, die Ihre Statuten nur dann ernst nimmt, wenns ihnen passt, kann mir gestohlen bleiben. Ich muss mir sehr gut überlegen, ob ich so einer Partei bei Wahlen meine Stimme geben mag.
Die Grünen haben in meinem Fall aus einem Sympathisanten einen Antipathisanten gemacht. Gratuliere!
gehe konform mit Gerold: reflexhaftes Ankreuzen einer “Nein danke, hab schon genug Werbung/Infos/Müll in meiner Mailbox”. Und würde daher beim zweiten Mal diese Box wohl nicht mehr ankreuzen, denn es stimmt schon, natürlich machen auch Infos nach Push-Prinzip Sinn.
@ossi1967: Wenn schon mehr angeboten wird als Schwarz/Weiß, dann soll das auch genutzt werden können. Und ich will wie Tom kein Partei-Mitglied werden (Schwarz). Ich will aber auch mehr tun können als nur in der Wahlzelle ein Kastel ankreuzen (Weiß). Daher finde ich die Idee eines Unterstützer-Status (Grau) prinzipiell gut.
Als Selbständiger mit Familie habe ich ein anderes Zeitbudget als noch vor Jahren als Student. Jetzt will ich einen Gutteil der Freizeit mit der Familie haben und auch für mich zum Ausgleich. Jeder soll doch beisteuern können was und in welcher Form es möglich ist. Der eine hat mehr Zeit anzubieten, die andere produziert etwas am Computer. Neben Ellensohn auf der Straße zu stehen und gegen Rechtsextreme zu brüllen ist nicht meine Vorstellung einer Mitwirkung. Da wird’s doch wohl auch anderes geben.
Und so könnte man sich durchaus zusammensetzen und schauen, was ich den Grünen bieten kann, und ob’s erwünscht ist und für die Grünen Sinn macht. Dazu wird’s offensichtlich nicht mehr kommen, so wie’s aussieht.
@maxl: unvorstellbar für mich. Wegen Beleidigt-Sein die politische Richtung um 180° ändern? War wohl nicht ernst gemeint, oder?
@Hultsch - richtig abgeleht, oder nur “gesinnungsgeprüft”? Wenn abgelehnt, mit welcher Begründung (auch weil hier ja einige (auch ich) neugierig sind, wie sowas denn jetzt wirklich aussieht)?
@Heinz Duschanek:
“Grau” ist schon OK, keine Frage. - Unter der Voraussetzung, daß es auch grau ist, sprich: Daß man den eignenen Willen zur gelegentlichen, unstrukturierten, nicht organisierten, … Unterstützung in den Vordergrund stellt.
Die Vorwahlen tun das nicht. Die Vorwahlen haben zum Ziel, mit der absoluten Mehrheit der Stimmen die Parteiorganisation auszuschalten und (im besten Fall - mal sehen was kommt) irgendwen auf Kandidatenlisten zu wählen. Ist das Unterstützung? Ich nenne es eine feindliche Übernahme. (Die Art, wie das Projekt aufgezogen wurde, spricht ebenfalls dafür, daß man nicht in erster Line „die Grünen unterstützen“ will.)
Nicht vergessen: Die Wiener Grünen sind eine Organisation, die ihre Kandidaten selbst bestimmen können muß, weil sonst weder der Wahlkampf noch die anschließende politische Arbeit funktioniert. - Welche Chancen hat eine Kandidatenliste, die gegen den Willen der grünen Basis von Außenstehenden durchgeboxt wurde? Welchen Rückhalt in, welche Unterstützung durch die grüne Organisation haben diese Kandidaten dann im Wahlkampf und in der späteren politischen Arbeit als Mandatare?
Du schreibst: „Jeder soll doch beisteuern können was und in welcher Form es möglich ist. Der eine hat mehr Zeit anzubieten, die andere produziert etwas am Computer.“ - Richtig! Super! Es versteht nur niemand, warum plötzlich zeitgleich hunderte auf die Idee kommen, daß sie mit ihren Blogs die Grünenso sehr unterstützen, daß diese ihnen die goldene Ehrennadel überreichen sollten, sie aber zumindest im November mitwählen lassen müssen. Umgekehrt wird ein Schuh draus: Oberstes Ziel ist es, im November „die anderen“ niederzustimmen. Wenn das nicht das Ziel ist, wenns wirklich nur um die Mitarbeit und Unterstützung geht: Wieso nicht den Unterstützerantrag irgendwann im August abgeben, wenn der Rummel vorbei ist?
Man muß schon mit offenen Karten spielen in der Diskussion. Die Grünen tun das („wir sind überfordert“, „es geht um die Menge der Anträge“, „wir wissen nicht wie wir damit umgehen sollen). Das läßt sie teilweise recht patschert dastehen, ich finds aber überraschend sympathisch.
Die Vorwähler verstecken ihr eigentliches Ziel (Mehrheit am 15.11., bedingungsloses Zusammentrommeln möglichst vieler Stimmberechtigter) hinter schönen Worten wie der vorgeblichen oder tatsächlichen „Mitarbeit“ und „Unterstützung“ und tun so, als ob die Grünen grad die Unterstützung nicht annehmen wollten. Das ist eine unzulässige Vermischung von zwei völlig verschiedenen Ebenen und eine unlautere und tendenziöse Verschleierung von Motiven.
Ich kann nicht anders, ich find das ungehörig, undurchdacht, unlogisch und bis zu einem gewissen Grad sogar voll perfider Bösartigkeit. - Ich hab auch, wenn ich mir die Blogs von VW-Unterstützern so durchles, hin und wieder das Gefühl, daß hier hoch engagierte und leicht zu begeisternde Menschen verheizt werden. Der objektive Schaden ist gering: dzt. 292 Unterstützer. Die zu frustrieren können sich beide Parteien in diesem Konflikt leisten. Kollateralschäden, nicht wahr? Was am Ende bleibt ist der gesteigerte Bekanntheitsgrad der VW-Initiatoren.
@ossi1967 Du irrst.
@Dominik + all: Gebt bitte allen Beteiligten noch etwas Zeit.
@ Ossi1967: Dein Statement offenbart aufs Neue die ganze Dramatik des Mißverständisses. Die grünen Parteifuzzis können sich die Vorwahl-Internetfuzzis gar nicht anders vorstellen, als als verschworene Gruppe mit dem versteckten Ziel der feindlichen Übernahme. Das sind wohl die Kategorien, in denen (bislang immer) gedacht wird und wenn man ehrlich ist wurde dieser UnterstützerInnen-Paragraph ja genau für diesen Zweck in den Statuten verankert. Ich kenne eine ganze Reihe von Personen, die irgendwann in den letzten 10-15 Jahren aus diesem Grund mal aufgefordert wurden, zumindest vorübergehend UnterstüzterIn zu werden um irgendwen bei einer Listenwahl anzukreuzen.
Nur funktioniert die Welt außerhalb der Grünen Partei anders. Lass dir das gesagt sein, lieber Ossi1967 und auch ihr anderen im Landesvorstand. Die ganze Argumentation der Grünen Vorwahlen zielt darauf ab, dass der Prozess der Listenerstellung eine öffentliche Bühne bekommt. Das ist eine CHANCE für die bestehenden GemeinderätInnen wie für jene, die es beim nächsten Mal werden wollen. Kann schon sein, dass vielleicht die eine oder andere Person nicht (mehr) gewählt würde, aber die Annahme, da sei eine Kadertruppe am Werk, die schon ihre eigene Liste im Schubladerl hat, zeigt nur, wie eigene Denkmuster funktionieren. (Honi soit qui mal y pense.)
Denk(t) doch lieber mal daran, dass all diese Fuzzis auch noch FreundInnen, Followers, Blog-LeserInnen haben, die zwar selbst kein Formular ausgefült haben, aber genau beobachten, wie mit der Initiative umgegangen wird. Ihr seid auf einer Bühne, nicht im Kampf gegen eine Untergrundorganisation. Macht euch das bitte bitte endlich bewusst.
@Peter Drössler:
Die Dramatik des Mißverständisses zeigt vor allem, daß Du mich in die Schublade „Parteifuzzi“ und „ihr im Landesvorstand“ steckst. Ich hab mit denen nix am Hut. Mit den Parteifuzzis nicht, mit dem Landesvorstand nicht und mit den Grünen insgesamt (derzeit) schon gar nicht. Ich bin ein Wähler auf der Suche, für den die Grünen zwar nicht prinzipiell unwählbar, derzeit aber kaum wählbar sind. Die Vorwahlen (falls sie erfolgreich sind und im November eine nennenswerte Anzahl von Unterstützern aufkreuzt) mindert die theoretische Wählbarkeit der Grünen wieder drastisch. Daher mein Engagement in der Diskussion: Ich will nicht, daß mir eine weitere Option bei der Wahl verloren geht.
Wenn ich „feindliche Übernahme“ schreibe, impliziert das nicht ein gemeinsames Ziel oder eine Absprache der Vorwähler. (Wobei: Wer weiß was passiert, wenn zB ganz überraschend einer der prominenten Initiatoren oder Unterstützer der Vorwahlen kandidiert…)
„Feindliche Übernahme“ heißt in meiner Wahrnehmung einfach, daß die Grüne Basis die Möglichkeit der Entscheidung über ihre eigene Partei verliert, wenn (wie in den FAQs dieser Seite angedeutet) 500 Vorwähler ca. 300-450 „echten Grünen“ gegenüberstehen. Der Verlust der Selbstbestimmung ist eine feindliche Übernahme und wahrscheinlich ein traumatisches Erlebnis für die Partei. Dabei spielt es keine Rolle, ob die 500 Vorwähler ein geheimes, gemeinsames Ziel verfolgen (glaubt das wirklich jemand?) oder ob es (was ich annehme) 500 Einzelkämpfer sind, die eben genau deswegen nicht organisiert bei den Grünen mitmachen, weil das ihrem Einzelkämpfertum widerspricht.
Das also meine ich mit „feindlicher Übernahme“. Und weniger wählbar werden die Grünen durch die Aktion dann, wenn die Vorwähler in Summe (auch unabgesprochen) eine Kandidatenliste durchpeitschen, die keinen Rückhalt in der grünen Organisation und bei der der grünen Basis hat. Diese Kandidaten wären das Papier nicht wert, auf dem ihre Plakate gedruckt werden, weil sie ohne diese Unterstützung nicht erfolgreich arbeiten können.
Die Drohung mit den „Freunden, die genau beobachten, wie mit der Initiative umgegangen wird“ machts übrigens nicht besser. Was sollen diese Drohungen auf dem Niveau von „weiß isch wo du wohnst, alder, komm isch mit brüder“?
@ossi1967: Sorry, aber ich glaub du musst dir leider den Vorwurf gefallen lassen, dass du dich offensichtlich noch nicht sehr intensiv mit der Sache “Grüne Vorwahlen” beschäftigt hast.
Um nur ein paar deiner Irrtümer aufzuklären:
Das “nach den eigenen Möglichkeiten mithelfen” gut und super finden und gleichzeitig zu kritisieren dass “plötzlich zeitgleich hunderte auf die Idee kommen, daß sie mit ihren Blogs die Grünen so sehr unterstützen” find ich schon etwas seltsam: 1. wirst du wohl bei etwas genauerem Nachforschen verwundert sein, wie lange manche der von dir angesprochenen Blogger sich schon mit der Grünen Sache und den gemeinsamen Zielen beschäftigen. 2. Kann ich auch nirgendwo etwas darüber finden, dass nun alle Grünen Vorwähler bloggen müssen, oder dies gar der einzige Weg der Unterstützung wäre. Da fallen mir viele andere Möglichkeiten ein, dir sicher auch.
Bezüglich “goldene Ehrennadel verdienen”: Ich persönlich will mir weder eine goldene Nadel verdienen, noch wüsste ich wie mir das in dieser Geschichte irgendwie gelingen sollte. Was ich will ist, bei einer guten Sache, nämlich den Grünen, mitzubestimmen, als eine kleine demokratische Stimme unter vielen. Mein Demokratieverständnis sagt mir, dass das mein gutes Recht sein sollte. Es gibt aus meiner Sicht absolut kein Argument dafür, warum irgendwer vor meiner individuellen Meinung oder Stimme Angst haben sollte. Besonders deine Aussage “Welche Chancen hat eine Kandidatenliste, die gegen den Willen der grünen Basis von Außenstehenden durchgeboxt wurde?” stößt bei mir auf Verwunderung: Als langjähriger Grünwähler sehe ich mich als Teil dieser grünen Basis. Meine Stimme soll dazu beitragen die Qualität der Kandidatenliste weiter zu verbessern. Ich will nicht gegen meinen Willen irgendetwas durchboxen!?!
Bezüglich “mit offenen Karten spielen”: alles was die Grünen VorwählerInnen tun, denken, miteinander kommunizieren etc. ist entweder hier und in den diversen Blogs für absolut jeden zugänglich und nachlesbar, oder findet in Veranstaltungen statt, die ebenfalls hier bekannt gegeben werden und zu denen wiederum absolut jeder herzlich willkommen ist. Mehr Transparenz geht schon fast nicht mehr!
Warum sich trotzdem so hartnäckig eine Art Verschwörungstheorie hält, dass die Vorwähler “ihr eigentliches Ziel verstecken”, wie du es formulierst, ist mir absolut schleierhaft. Du sagst ja sogar selbst, dass man - wenn man sich etwas ausfürhlicher mit den Blogs beschäftigt - viele hoch engagierte Menschen findet. Warum du diesen Menschen dann nicht zutraust, dass sie sich nicht von irgendwem für irgendwelche Zwecke verheizen lassen, ist mir schleierhaft. Auch du könntest dich so wie alle anderen fast 292 bei den Grünen Vorwahlen anmelden, glaubst du wirklich durch diese Unterschrift bist du dann plötzlich so gehirngewaschen, dass du nicht mehr in der Lage wärst selbst zu denken und zu entscheiden, sondern dich für irgendeine Sache benutzen lassen würdest?
Sorry, aber ich höre das bei weitem nicht zum ersten Mal, und ich finds langsam echt beleidigend, daher nochmal:
ABSOLUT JEDER kann sich hier anmelden, insofern ist es mir vollkommen unverständlich wie irgendjemand annehmen kann, dass irgendwer (wer auch immer das angeblich sein mag), diese Leute dann unter Kontrolle hat und für irgendwelche Zwecke missbrauchen kann. Mich hat jedenfalls niemand unter Kontrolle und ich werde meine Stimme nach Bestem Wissen und Gewissen für die Grünen Ziele einsetzen. Und ich gehe davon aus, dass das alle anderen 292 das genauso sehen.
@ Ossi1967: Da hab ich mich nicht deutlich ausgedrückt. Ich wollte dich nciht gleichsetzen mit den Parteifuzzis oder dem Landesvorstand, sondern mich EINERSEITS an dich und ANDERERSEITS an die mitlesenden Parteifuzzis und Landesvorstandsmitglieder wenden, ist ja eine öffentliche Diskussion. Das hab ich in meinem Beitrag nicht ausreichend deutlich gemacht.
Deiner Argumentation bezüglich der “echten Grünen” widerspreche ich allerdings vehement, darum geht es ja. Ich wünsche mir meine Partei als eine Bewegung, in der man nicht “echter” ist, nur weil man seinen Hintern in unzähligen Parteigremialsitzungen platt gesessen oder sich einen Schnupfen am Infostand geholt hat. Ich spreche dem Landesvorstand und auch David Ellensohn & Co - und auch dir - das Recht ab, zu entscheiden, was “echt grün” ist und was nicht. Das bedeutet nicht, dass mit Themen wie Antirassismus/-faschismus (lieber allerdings Pro-Demokratie; bin kein Freund von Anti-…), Chancengleichheit, Diversität, Ökologie etc. nicht am Herzen liegen. Ich will mir aber nicht vorwerfen lassen, ich sei kein richtiger Grüner, nur weil ich - z.B. - das politische Mittel der Straßendemonstration nur in Ausnahmefällen für sinnvoll erachte.
@Peter Drössler:
Danke für Deine Antwort… und vor allem fürs Lesen.
Deine Klarstellung bzgl. -fuzzis und Vorstandsmitglieder beruhigt mich. Ich dachte schon, ich stehe hier im Verdacht, ein undercover-Vorstandsmitglied zu sein. (Was allerdings durchaus eine witzige Vorstellung ist, wenn man mich kennt.)
Sehr interessant ist Dein Argument „Ich wünsche mir meine Partei als eine Bewegung, in der man nicht ‚echter‘ ist, nur weil man seinen Hintern in unzähligen Parteigremialsitzungen…“ usw.
Das trifft einen entscheidenden Punkt, der bereits vor längerer Zeit von anderen angesprochen wurde: Die Grünen sind nun mal eine Organisation, keine lose Bewegung. Es gibt Statuten, Hierarchien, Gremien, Strukturen, definierte Entscheidungsprozesse… Vor allem: Es gibt ein „Innen“ und ein „Außen“. Es gibt die Leute in der Organisation (das sind aus meiner Wahrnehmung die Grünen, die Grüne Basis, das, was ich als Außenstehender wahrnehme, wenn ich auf die Grünen schaue), und es gibt daneben jene, die außerhalb der Organisation stehen. (Oder sich eben auch bewußt außerhalb der Organisation stellen.) Das kann man sich anders wünschen, aber im Moment ist das der Stand der Dinge, der den Rahmen des Möglichen vorgibt.
Ich halte es aus der Sicht eines potentiellen Wählers für sinnvoll und eigentlich sogar zwingend, daß diese Trennung zwischen innen und außen aufrecht erhalten bleibt; daß die Organisation ihre Kandidaten zur Wahl stellt, nicht die Kandidaten einer kaum definierten, für den Wähler nicht greifbaren Bewegung.
Ich verstehe den Wunsch nach dieser Bewegung, ich verstehe den Wunsch nach Veränderung. Ich verstehe diesen Wunsch vor allem angesichts des traurigen Bildes, das die Grünen derzeit abgeben. Mehr noch: Ich selbst wünsche mir und unterstütze eine vor allem personelle Veränderung. Aber ich setze voraus, daß diese Veränderung aus der Organisation kommt, sonst ist sie nur täuschende Behübschung und hat keinen Wert, keine Aussagekraft darüber, wo die Grünen stehen.
Natürlich spreche ich Dir nicht das Recht ab, auf inhaltlicher Ebene ein waschechter Grüner zu sein. Das ist von meinem Standpunkt aus nur überhaupt nicht relevant in diesem Zusammenhang: Ich bewerte nicht die inhaltliche Nähe zu grünen Zielen, ich sehe nur, daß der eine in der Organisation ist, der andere nicht. Der in der Organisation ist für mich ein „Grüner“, auch wenn er grüne Ideale schon vor 10 Jahren verkauft und verraten hat. Der, der außerhalb der Organisation geblieben ist, ist kein Grüner. Das ist halt so, wenn man von Parteien spricht.
Noch ein Gedanke zur „Bewegung“: Wenn es mir darum geht, eine wirklich gute, mit frischen Gesichtern angereicherte und grünen Idealen verpflichtete Kandidatenliste zur Wahl zu präsentieren… und wenn ich (realistischerweise) davon ausgehen muß, daß die Grünen selbst das in ihrer derzeitigen personellen Zusammensetzung nicht für mich tun werden… wäre es nicht der moralisch richtige und saubere Weg, unabhängig von den Grünen eine eigene Kandidatenliste aufzustellen?
Natürlich, das ist nicht praktikabel: Man müßte administrative Hürden im Wahlrecht nehmen, man bräuchte Geld für den Wahlkampf, man bräuchte jede Menge Helfer und Unterstützer für den Wahlkampf, man bräuchte schließlich neben den eigentlichen Kandidaten auch eine Reihe von Mitarbeitern, die das Werkl auch nach (erfolgreich) geschlagener Wahl am Rennen halten… Kurz: Man bräuchte eine Organisation, die das Geld und die Arbeitskraft bereit stellt.
Die Vorwahlen machen nun ganz raffiniert eines: Sie rufen dazu auf „Bastelt Euch Eure eigene Liste!“ - und sie bürden die Kosten und die Arbeit, also alles was dann nicht mehr so cool ist, der vorhandenen grünen Organisation auf. Wenn die sich wehrt, wird sie ausgebuht. Das hat doch irgendwie auch was Parasitäres, oder sehe ich das falsch?
Verantwortung. Die Grünen tragen die Verantwortung für ihre Partei. Meiner Ansicht nach übernehmen auch Unterstützer und Mitglieder mit ihrem Beitritt Verantwortung. Der Jubel es in diverse Medien geschafft zu haben ist allerdings nur solange verständlich, als die Grünen dadurch nicht zur Lachnummer werden. Die Grünen haben neben der Mitgliedschaft auch den Titel der Unterstützer eingeführt, damit definieren ihre Aussengrenzen durchlässiger. Ich fände es sehr schade, wenn das dem Erfolg der Partei mehr schadet als nützt. Ich wurde Unterstützer, indem ich einfach zum Grünen Haus ging und mich dafür anmeldete, das war keine besonders große oder schwierige Sache, weil ernst gemeint.
@Andreas Konecny: Das sehe ich genauso, Unterstützer übernehmen Verantwortung. Auch als Wähler habe ich Verantwortung für die Grünen, zumindest wenn ich mich öffentlich äußere. Ich glaube nicht, dass die Grünen durch die Vorwahlen in den Medien zur Lachnummer werden, denn auch wenn mediale Häme zu spüren ist, ist es doch ein Zeichen einer lebendigen Partei, dass hier über solche Partizipationsformen diskutiert werden kann - das geht sonst nirgendwo.
Wenn es jetzt leider auch negative Presse gibt, liegt das meines Erachtens an der zu zögerlichen Reaktion der Partei (2 Monate Wartezeit) und an schwammigen Kriterien, die nur allzu durchsichtig darauf ausgelegt sind, nicht allzu viele Wähler am Vorwahlprozess teilhaben zu lassen. Das ist wirklich sehr schade.
Ich hätte viel lieber mediale Präsenz nach dem Motto “Wiener Grüne öffnen sich gegenüber Wählerinitiative” oder “Grüne experimentieren mit neuen Partizipationsformen” gesehen. Wenn aber existierende Statuten plötzlich anders ausgelegt werden als bisher, ist es nicht verwunderlich, wenn es zu einem Aufschrei kommt, den dann auch die Medien aufnehmen.
Vorhergeschickt, ich war nie bei den den Grünen ( bin also kein verbitterter Minivoggenhuber) noch bei der ALÖ ( früher war alles besser) sondern bis vor 6 Jahren bei der KPÖ.
Ist nur die Frage was mir unsympathischer ist, die wiener Grünen, deren Teile ihren Stolz scheinbar darin haben, immer zu denken , wir sind am linken Flügel der Grünen-Bundespartei ( na das man den Lissabon-Vertrag abgelehnt hätte , davon habe ich nichts öffentlich gehört) oder die Unschuldsengeln , Gruenen Vorwahlen, die doch natürlich niemanden in den Gemeindesrat schieben wollen.
Sind sicher keine Kadergruppe, die die Grünen unterwandern wollen ( dafür haben die auch null Programm und keinen theoretischen Ansatz) aber für ein paar FreundeInnen geht es vielleicht als Mandatare . Und dann ein paar Angestelltenposten in der Fraktion gehen dann auch noch.
Entrismus ist von Leo Trotzki vor über 70 Jahre , das ist wenigstens ein theoretisches Konzept, dass die Trotzkisten daran immer scheitern, zB 4 Parlamentsabgeordente in GB für Labour-Party und dann ausgeschlossen werden, zeigt das diese Taktik auch nicht so ganz funktioniert.
@stefan: wir brauchen kein “programm” - das haben die grünen und wir werben für unterstützerInnen - und auch wenns vielleicht schwer nachzuvollziehen ist, ich weiss von niemandem dem es nach einem mandat gedürstet (leider, denn es wär ja eigentlich gut). dass sich eine handvoll menschen für demokratie interessiert ohne selbst was besonderes zu wollen scheint oft gerade jenen, die immer gern vom umfassenden “gegenentwurf” zu unserer gesellschaft reden am allerschwersten nachvollziehbar zu sein. was für ein menschenbild steht da eigentlich dahinter?
@stefan (OT): bin selber beim CWI (SLP) und ich find, dass die taktik gut aufgegangen ist. hätten sie uns damals nicht ausgeschlossen, müssten wir uns fragen, was wir falsch gemacht haben (s. funke/SPÖ) …
insgesamt seh ich die GVW deshalb positiv, weil sie den wunsch nach veränderung und mehr transparenz und mitbestimmungsmöglichkeiten so deutlich zum ausdruck bringen. dass die grüne parteispitze in wien nicht im stande ist, diese potzenziellen sympathisantInnen einzubinden und die GVW quasi in eine grüne wahlbewegung zu transformieren, sagt meines erachtens viel über den zustand der partei aus.
allerdings finde ich wohl, dass die GVW (bzw. die auseinandersetzungen darum) auch jetzt schon genutzt werden sollten, um diskussionen über strittige “grüne themen” wie euro battle groups (militärische aufrüstung) & tschadeinsatz, lissabonvertrag (vs. volksabstimmung in .at), studiengebühren für ausländerInnen, regionale koalitionen mit der FPÖ, zugangsbeschränkungen für migrantInnen, akzeptanz des EU-kurses von daniel cohn-bendit etc. klar, das sind jetzt alles keine “wiener themen”, aber ein trend ist hier IMHO dennoch ersichtlich.
es geht mir nicht darum, schmutzwäsche zu waschen - offenbar können die grünen bei manchen mit solchen themen ja auch punkten -, aber ich fänd’s eben gut, die blogs und andere kanäle auch jetzt schon für solche diskussionen zu nutzen - schließlich geht’s ja um einen mitbestimmungs- und veränderungsprozess. ich selber hab solche diskussionen mit ulrike lunacek und anderen bereits geführt, aber ich hielt’s für spannend, diese und ähnliche fragen unter der basis zu diskutieren. auch die frage, was für ein programm für die gemeinderatswahl 2010 (falls nicht bereits herbst 2009) angebracht wär und vor allem, welche strategie geeignet wär, um strache & co. zumindest im ansatz den wind aus den segeln zu nehmen.
so, ist jetzt zwar bissi lang geworden, aber ich hoff, ihr nehmt mir das nicht all zu übel.
naja, bewegendes thema halt … und ja, “wiener grüne öffnen sich gegenüber wählerInneninitiative”, “grüne experimentieren mit neuen partizipationsformen” u.dergl. wären tatsächlich super schlagzeilen gewesen. so aber wird die publicity in nächster zeit wohl nicht so gut sein - was wiederum negative auswirkungen auf das wahlergebnis und in folge auf die motivation, hier mitzuarbeiten, haben wird. ich kann den anderen parteigrünen nur raten, ihre kritik am landesvorstand laut und in aller öffentlichkeit auszusprechen - stichwort schadensbegrenzung.
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[...] Ablehnung der Bewerber erfolgt nun aber mit der Begründung - siehe diese Videos - der “Wunsch mitzuarbeiten” sei aus den Anträgen nicht hervorgegangen, obwohl alle [...]