Es ist soweit - jetzt wird gesinnungsgeprüft

Auf Twitter sind heute erste Jubelmeldungen über Emails von den Grünen eingegangen, die die Aufnahme als Unterstützer und damit Vorwähler verkünden: @TheSandworm, @schaffertom, @johannes_mono, @MartinSchimak, @NikoAlm, @VividVisions, @stiebitzhofer, @chuckpala etc.

Die erste Freude währte nicht lange - denn manche erhielten Mails, die sie baten, den Antrag auf Unterstützung zu begründen, bevor man sie aufnehmen konnte:

..Aus Ihrem Ansuchen, UnterstützerIn der Grünen zu werden, konnten wir diese uns wichtige Bereitschaft nicht herauslesen. (..) Daher ersuchen wir Sie, uns in einem kurzen Antwortschreiben zu erklären, wie weit sie sich eine Beteiligung an den Wiener Grünen vorstellen können.

Interessant, lauteten doch alle Ansuchen gleich!

Andreas Lindinger, fleißiger Blogger über tiefgrüne Themen wie Integration, Ökologie und Basisdemokratie, ist einer dessen “Bereitschaft” den Grünen unklar ist. Übrigens ist Andreas Grünmitglied in seinem Heimatbundesland Oberösterreich. Erst heute abend war er in der Zeit im Bild 2 in erster Reihe der schwach besuchten Grünen Wahlparty zu sehen.

Andreas empfindet die Gesinnungsprüfung (der sich kein Unterstützer vergangener Jahre je unterziehen musste) als Affront und antwortet per Offenem Brief.


 
andi

 
Liebe Grüne, was hat euch da geritten?

Meine These: Jeder der nicht antwortet, wird nicht angenommen - auf die Art und Weise sollen die Vorwähler zahlenmäßig geschwächt werden. Also bitte überwindet euch und schreibt dem grünen Gesinnungskommittee eine Zeile (gerne auch öffentlich, wie Andreas), warum ihr die Grünen Ziele unterstützt!

PS. Viele haben weder eine Aufnahme noch eine Gesinnungsprüfung erhalten. Sollen sie abgelehnt werden? Wenn ja, hoffe ich, dass in jedem einzelnen Fall gute, sehr gute Gründe vorliegen.

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21 Kommentare

  1. Erstellt am 9. Juni 2009 um 23:29 | Permanent-Link

    Was soll die Frage: Daher ersuchen wir Sie, uns in einem kurzen Antwortschreiben zu erklären, wie weit sie sich eine Beteiligung an den Wiener Grünen vorstellen können.

    Haben denn jene, die akzeptiert wurden eine Art von Beteiligung zugesagt?

    Muss man ihn Wien wahlberechtigt sein um Grüner Vorwähler zu werden?

    Ich möchte nochmals betonen, dass eine offene Ablehnung der Grünen Spitze kein Ausschließungsgrund sein sollte. Das wäre undemokratisch?

  2. Erstellt am 10. Juni 2009 um 00:10 | Permanent-Link

    Kann es sein, dass die Grünen die Leute prüfen, bei denen sie sich aus irgend einem Grund nicht sicher sind, ob sie von den “Grünen Vorwahlen” kommen, denn da gibt es ja andere Bedenken und Gerüchte…

  3. Erstellt am 10. Juni 2009 um 00:44 | Permanent-Link

    Auch, wenn diese Gesinnungsprüfung für viele der Vorwähler/innen mehr ist, als ich bei meiner Bewerbung zum Grünen Mitglied je “erdulden” musste, bin ich froh, dass endlich mit der Bearbeitung der Anträge begonnen wurde. Ich wurde aufgenommen (Endlich!) und hoffe, dass noch viele der “unsicheren” Kandidat/innen folgen werden.

    Ja, es ist nach wie vor irgendwie peinlich, dass viele von uns ihre politische Gesinnung beweisen und höhere Standards erfüllen müssen als Parteimitglieder. Aber Parteien funktionieren, wie sie eben funktionieren und wir müssen wohl oder übel damit leben. (Es war auch ein bisschen zu erwarten.)

    Freuen wir uns einfach: Die Grünen wachen aus ihrem Winterschlaf aus. Und ich hab gerade einen massiven Motivationsschub bekommen.

    Ich bin dabei - und ich hoffe, dass noch viele folgen werden.

  4. adi
    Erstellt am 10. Juni 2009 um 01:08 | Permanent-Link

    so wie ichs schon vorausahnte: einem individuellen Bewerbungsverfahren entspricht dieser Mail. Vor allem, wenn man über die meisten Leute nichts im Internet herausfinden kann, dann erhält man sicherlich diese Mail.

    hier im ganzen Wortlaut:

    Vielen Dank für Ihr Interesse Unterstützer der Grünen zu werden. Wir
    haben in den letzten zwei Monaten 500 Anträge bekommen. Das hat uns vor
    ganz neue Fragen gestellt und wir haben uns erlaubt, uns die Zeit, die
    wir für die Antworten brauchen auch zu nehmen.

    Die von uns geführte Debatte ging und geht darum, wie wir uns vorstellen
    können gleichzeitig für neue Menschen offen zu sein und auf der anderen
    Seite die Identität einer gemeinsamen Partei zu bewahren. Es ist klar,
    dass wir neue Menschen brauchen, um uns entwickeln zu können. Daher
    betrachten wir jede und jeden Einzelnen, der zu den Grünen stoßen will,
    als Chance. Gleichzeitig wissen wir, dass eine Partei, die ein hohes Maß
    an interner Demokratie versucht, auch die Bereitschaft von Allen braucht
    sich daran zu beteiligen. Es hat in Österreich, gerade auch in der
    jüngeren Vergangenheit, schon mehrere Versuche gegeben eine Partei ohne
    Menschen zu entwerfen. Dabei hat sich herausgestellt, dass Geld,
    bekannte Gesichter und ein Programm nicht reichen.

    Aus Ihrem Ansuchen, Unterstützer der Grünen zu werden, konnten wir
    diese uns wichtige Bereitschaft nicht herauslesen. Das kann unserer
    Vermutung nach auch daran liegen, dass die Idee der Grünen Vorwahlen
    eine andere war und Sie sich dieser Frage deshalb noch gar nicht
    gestellt haben.

    *Daher ersuchen wir Sie, uns in einem kurzen Antwortschreiben zu
    erklären, wie weit sie sich eine Beteiligung an den Wiener Grünen
    vorstellen können. Der dazugehörige Text aus den Statuten lautet:*

    5.7.1 Wer der Landespartei gegenüber erklärt, dass er sich mit den
    Grundsätzen und dem Programm der GRÜNEN - GRÜNE ALTERNATIVE WIEN
    einverstanden erklärt und bei der Partei mitarbeiten und mitentscheiden
    will, ohne Parteimitglied zu sein, erwirbt mit Aufnahme durch den
    Landesvorstand den Status einer Unterstützerin/eines Unterstützers.

    *Wir würden uns freuen, wenn Sie uns die Antwort bis zum 15. Juni per
    Mail zukommen lassen könnten.* An diesem Tag tagt der Vorstand in der
    jetzigen Zusammensetzung zum letzten mal und behandelt alle
    eingetroffenen Antworten. Am 21. Juni wird ein neuer Vorstand gewählt,
    der natürlich alle später eingetroffenen Antworten behandelt und
    entscheidet. Da wir mit Sicherheit noch den ganzen Juni über
    Vorstandssitzungen haben werden, im Juli aber nicht mehr, ersuchen wir
    die Antworten jedenfalls bis zum 26. Juni zu schicken.

    Mit nochmaligen Dank für Ihr Interesse

    Robert Korbei

    Landesgeschäftsführer der Wiener Grünen

    also lt. dieser Webseite: sind es doch erst 248 registrierte Vorwähler und keine 500!
    die 500 bezieht sich ja nur auf die Fans im Facebook.

  5. adi
    Erstellt am 10. Juni 2009 um 01:16 | Permanent-Link

    Kann mir ein Grüner Funktionär endlich einmal detailiert sagen, was jetzt ein Unterstüzter alles machen soll, muss, darf !!!!

    Das ist noch immer unklar und schwammig definiert. Das geht aus den Statuten zumindest nicht hervor, und sonst hat sich auch noch kein Grüner diesbezüglich geoutet.

    z.B. bei was darf man alles mitentscheiden, bei was muss man mitarbeiten, usw.

    Und auch der Unterschied zu den Rechten und Pflichten zu einem Mitglied sagt mir bitte auch gleich.

  6. Erstellt am 10. Juni 2009 um 01:52 | Permanent-Link

    gut da wird aber schon eine Parteilinie absehbar.
    Es werden für die Kameras die Köpfe der Aktion als UnterstützerInnen aufgenommen, damit ein zweites Interview mit Helge in der ZIB nicht ganz peinlich wird und den Rest der gefährlichen Menschen die da nach Partizipation schreien lässt man sich erst beweisen und bewähren.

    Da hat Werner-Lobo wirklich Recht, das ist genau die selbe scheiß Rechtfertigungsdoktrin der Rechten: zuerst musst du dich beweisen, denn wer bist du überhaupt, das du bei uns mitmachen willst!

  7. Erstellt am 10. Juni 2009 um 01:57 | Permanent-Link

    zum nachhören:
    ich bezieh mich im Video http://ichmachpolitik.at/questions/435
    auf 21:45

  8. Erstellt am 10. Juni 2009 um 08:54 | Permanent-Link

    (Hab ich gestern übersehen:)
    @Konterspieler
    Die Statuten der Grünen fordern *nicht*, dass du wahlberechtigt bist, um Unterstützer/in werden zu können.

  9. Erstellt am 10. Juni 2009 um 08:58 | Permanent-Link

    weder noch bekommen: also keine aufnahme und keine aufforderung zur gesinnungsdeklaration. wiewohl hochwahrscheinlich beim ersten schwung von unterstützungserklärungen. tja, bleibt die befürchtung, dass halt eine handvoll unterstützerInnen aufgenommen werden - quasi als “feigenblatt” und der rest wird abgewimmelt…

  10. Robert Korbei
    Erstellt am 10. Juni 2009 um 09:06 | Permanent-Link

    Ich werde niemanden das Wort Gesinnungsprüfung wegdiskutieren, wenn irh es unbedingt benutzen wollt.
    Aber wir fragen nicht an, ob und wie jemand Grün ist, sondern wir Fragen nach den Vorstellungen der Beteiligung an den Grünen an. Also, wenn ihr schon ein Wort mit Prüfung haben wollte dann schlage ich Bereitschaftsprüfung vor.
    Keine Sorge, dass mit den Köpfen und den Kammeras wars nicht. Das wird man auch merken, wenn wir mit allen Anträgen druch sind.
    Wir werden dass im Detail mindestens dem Helge heute um 13:00 erklären. Ich hatte gehofft, dass er mit dem Fragestellen bis dann wartet und nicht zuerst blogt und dann fragt. Aber ist ja nicht das erste mal.

  11. Erstellt am 10. Juni 2009 um 09:14 | Permanent-Link

    @Robert wann werdet ihr endlich kapieren das die Grünen Vorwähler keine durchorganisierte Masse sind sondern Individuen?
    Wenn die Grünen plötzlich anfangen Emails zu verschicken müssen sie damit rechnen das diese sofort kommentiert werden, dass kann jeder für sich entscheiden. Ihr hättet damit ja auch bis heute Nachmittag warten können.

  12. Erstellt am 10. Juni 2009 um 09:40 | Permanent-Link

    Meine wütenden Gedanken zum gestrigen Tag würden den Rahmen sprengen, deshalb eigener Blog-Post:
    http://tinyurl.com/lk6ks3

    Und eine Bitte an die Admins dieser Website: Ich bitte, das Grünen-G vor meinen Beiträgen in den “Reaktionen” zu entfernen. Scheint mir sehr unangebracht, da ich ja bei den Grünen null Funktion habe und demnach das mögliche Bild “Reaktionen aus dem Hause der Grünen” einfach nicht stimmt.

  13. Erstellt am 10. Juni 2009 um 09:45 | Permanent-Link

    @Franz hab das grünen-logo entfernt.

  14. Erstellt am 10. Juni 2009 um 10:05 | Permanent-Link

    @ Robert Korbei … dem Helge vorzuwerfen, dass er nicht warten konnte, ist ein bisserl merkwürdig…
    Was habt ihr erwartet, wenn ihr vom Andreas (www.lindinger.at) eine solche Stellungnahme fordert, obwohl gerade er über jeden Zweifel erhaben ist?
    Nichts anderes als eine SOFORTIGE Reaktion ist das Richtige!
    Ich hätte mich jedenfalls stark gewundert, wenn die “Köpfe” der GrunenVw bis heute zugewartet hätten…
    Die Zeiten sind vorbei, als man noch mehrere Tage zuwarten musste, um Reaktionen zu erhalten.
    Wir leben im Internet-Zeitalter, in dem man zum Glück innert kürzester Zeit eine Reaktion erhält. Das scheint bei Euch noch nicht ganz durchgedrungen zu sein, nicht anders ist auch dein heutiger Kommentar zu werten…
    Gerade die Grünen sollten die heutigen Möglichkeiten als eine Chance betrachten, manchmal habe ich den Eindruck, Euch ist gar nicht bewusst, was für ein Potenzial Ihr in den Sand setzt. Euer Wählerpotential ist weit größer, als Ihr offenbar selbst annehmt!
    Und gerade die Persönlichkeiten, die Blogger, die Sympathisanten, die zu einem Großteil in sehr kurzer Zeit über diese Initiative ein Netzwerk gebildet haben, ein Online-Netzwerk (!), könnten Euch mit Hilfe moderner Mundpropaganda (=Blog) enorm helfen!

    Wenn Ihr mich zu dieser Stellungnahme aufgefordert hättet bzw. es vielleicht noch tun werdet (Ich warte…), hätte ich es noch nachvollziehen können.
    Denn mein Blog ist kein rein politischer, entsprechend lässt sich daraus nicht unbedingt was ableiten. Außerdem habe ich zu einigen politischen Themen eine sehr kontroversielle Meinung und vor allem auch eine sehr kontroversielle und offensive Art (Sarkasmus, schwarzer, böser Humor), diese meine Meinung kundzutun oder habe es bereits getan. Da könnte ich verstehen, dass man bei mir nachfragt… Aber beim Andreas?
    Ich hatte gehofft (war mir sogar sicher), dass man bei den Grünen nicht den üblichen parteipolitischen Schmonzes pflegt und neuen Möglichkeiten aufgeschlossen gegenüber steht. Die Grünen Vorwahlen gaben mir zuerst eine Bestätigung. Aber mittlerweile wächst meine Irritation und Enttäuschung aufgrund Eures Verhaltens.
    Aber das ist ja nicht das erste Mal!!!

  15. Erstellt am 10. Juni 2009 um 10:23 | Permanent-Link

    @Robert Korbei:

    Wir werden dass im Detail mindestens dem Helge heute um 13:00 erklären. Ich hatte gehofft, dass er mit dem Fragestellen bis dann wartet und nicht zuerst blogt und dann fragt. Aber ist ja nicht das erste mal.

    Ihr stellt uns vor vollendete Tatsachen, und du erwartest, dass ich diese erst kommentiere, nachdem ich euren Erklärungen - in Anwesenheit von geladenen Journalisten - gelauscht habe? Sorry, aber das ist etwas unrealistisch. Bin aber trotzdem und erst recht gespannt darauf.

  16. Erstellt am 10. Juni 2009 um 11:47 | Permanent-Link

    Okay, gestern habe ich gefreut über das Mail mit der Kernaussage “Wir freuen uns dir nun mitteilen zu können, dass wir dich als UnterstützerIn im Kreis der Grünen Wien herzlich willkommen heißen.” Eigentlich freue ich mich immer noch - zum einen natürlich, weil ich als Unterstützer akzeptiert wurde (woran ich eigentlich nicht ernsthaft gezweifelt habe), zum zweiten, weil diese Nachricht noch deutlich vor dem 15.6. kam.

    @ Robert Korbei: Wir können einander offensichtlich ja doch positiv überraschen : )

    Wenn ich jetzt lese, dass bei einigen UnterstützerInnen nachgefragt wird, “wie weit sie sich eine Beteiligung an den Wiener Grünen vorstellen können”, möchte ich gerne mein 2c thoughts dazu geben:

    Entspannt bleiben. Weiteratmen. Assume Good Faith. Fragen heißt ja nicht gleich Schikane, Test oder Verfolgung. Gestehen wir bitte einer Organisation das Recht zu, die Tür in ihrem eigenen Tempo zu öffnen, zumal wenn da ganze Hundertschaften Einlass begehen. Haben wir die Größe. Wir fordern diese Größe uns gegenüber doch auch ein, oder? Und bitte haben wir auch die Größe, von unseren “Gastgebern” keine absolute Perfektion zu erwarten.

  17. beate.firlinger
    Erstellt am 10. Juni 2009 um 14:23 | Permanent-Link

    Mich würden eure Vorschläge zur weiteren Vorgangsweise interessieren. Sollen alle, die nicht als Unterstützer_innen zugelassen wurden (wie viele sind das überhaupt?) jetzt mal bei den Wiener Grünen nachhaken (sich anbiedern)? Oder noch zuwarten? Oder ist angesichts der Gesinnungsprüfung und anderer Zumutungen nicht ohnedies die Radikallösung Variante 2 von Franz Joseph angebracht?

  18. Erstellt am 10. Juni 2009 um 14:32 | Permanent-Link

    Äh, ich bin etwas wortlos über die Diskussionen, die hier geführt werden. Ich versteh irgendwie auch den Anlass wie mir scheint nicht so richtig. Irgendwie hab ich das Gefühl, dass Ihr da gegenseitig offene Türen einrennt. Hey, wir sind doch alle nur Menschen, kochen alle mit Wasser und müssen alle aufs Topferl.

    Die Frage, was wer einbringen will, hat doch mit einer Gesinnungsprüfung nichts zu tun! Wenn wer andocken möchte, ist das doch die erste Frage, die ich stelle, damit ich weiß, wo das Andocken am Stimmigsten geht - das Grüne Themenspekturm ist ziemlich sehr ausladend und es gibt überall Arbeit in Saus und Braus.

    Ich bin übrigens über http://www.orf.at/090610-39202/index.html hierher gestoßen und hab mich wieder einmal gefragt über welche Grünen die Mainstreammedien da wieder einmal herziehen…

  19. Markus Otti
    Erstellt am 10. Juni 2009 um 14:44 | Permanent-Link

    Für angebracht halte ich eine kurze Beantwortung der Email, sofern erhalten. Sofern nicht erhalten, zuwarten. Wenn hier jetzt schon die große Kompromisslosigkeit ausbricht, dann frage ich mich ernsthaft, wie denn später jemals etwas konstruktives bei den Vorwahlen herauskommen soll. Ja, die Email-Aktion ist fragwürdig. Es weiß hier aber jeder, dass es innerhalb der Grünen nun mal Bedenken gibt. Anscheinend hat man sich zu einem Kompromiss entschlossen und fragt halt bei einigen, bei denen das Engagement nicht offensichtlich ist, nach. Bis zur Vorstandssitzung am 15. kann hier niemand wissen, inwiefern wirklich eine Gesinnungsprüfung vorliegt.

    Den Fall Lindinger halte ich bis zum Beweis des Gegenteil mal für eine Panne - und ist im Übrigen durch die sachliche und klare Antwort fürs erste aus der Welt. Wir können nicht Vertrauen und faires Entgegenkommen von den Grünen verlangen, wenn wir selbst bei den ersten Verdachtsmomenten in wütende Anschuldigungen ausbrechen. Daher: Ruhe bewahren und zurücklehnen. Alles andere reißt nur völlig unnötige Gräben auf.

  20. H. E.
    Erstellt am 14. Juni 2009 um 21:37 | Permanent-Link

    Mein Unterstützungsantrag ist - wie ich an anderer Stelle sehen konnte - zumindest bei den Organisatoren angekommen. Antwort, dass ich mich gesinnungsmässig deklarieren sollte, die habe ich nicht bekommen. Auch keine Antwort darauf, dass ich als Unterstützer Gnade in den Augen des Gerichts gefunden habe.

    Auch ich bin einer, der nicht angekreuzelt hat, dass er massenmailbeglückt werden will. Das aus einem sehr guten Grund:

    ich bin schon längst in diversen Datebanken grüner Aktivitäten und bekomme fröhlich ein Mail nach dem anderen.

    Ich will mich informieren und ich informiere mich auch. Dazu gibt es genug Möglichkeiten, dazu benötige ich kein Mail. Und wenn es etwas besonderes ist, dann habe ich auch nichts dagegen. Denn sonst hätte ich meine Mailadresse gar nicht angegeben.

    Die Grünen stellen die Möglichkeit, jede Seite per RSS-Feed in seine Aktualisierungsliste zu stellen. Warum machen die das, wenn es ja doch nur über Mails geht? Dazu kann ich mit dem FF-Addon Update-Scanner jederzeit jede Seite der Grünen aktuell halten. Und ich werde darüber informiert. Was ich auch schon längst mache - es passiert aber eh recht wenig.

    Wieso dann diese Ausflüchte?

    Angst? Vor was? Dass das Volk aufsteht und sagt was es will?

    Ja, und wo kämen wir denn hin, wenn alle, die nun das Statut wälzen, sagen: ‘Wo kommen wir denn da hin?’, und keiner ginge, um zu sehen, und diejenigen, die hingehen wollen um zu sehen, lässt man nicht, denn die könnten ja erfahren, wo man hinkommt, würde man nur gehen!

    Es ist ein Kreuz mit diesem Volke! Dass gerade die Grünen nun darauf bestehen, sich ein neues wählen zu wollen, weil es mit seinem eigenen nicht zufrieden ist, ist wohl ein Treppenwitz der Geschichte!

  21. Erstellt am 22. Juni 2009 um 10:24 | Permanent-Link

    „Assume Good Faith“ oder
    Warten auf das (Gottes)urteil!

    Näherer Kontakt zu den gewählten Mandataren, Ideen und deren Umsetzung diskutieren, einfach mitreden oder sogar die Kandidaten mitbestimmen – was am Anfang der Aktion „Grüne Vorwahlen“ so schön geklungen hat, wird durch die Realität hintangestellt. Mein Unterstützungsantrag wurde bisher nicht einmal ignoriert.

    Das Warten auf das (Gottes)urteil dauert an. Schade. Aber, wer ist eigentlich dieser Gott, der offensichtlich recht willkürlich, die guten von den bösen UnterstützerInnen trennt. Ein bisschen Einblick haben wir ja schon bekommen, die Auswahlkriterien versteh ich trotzdem nicht ganz – oder doch:

    1. Eigentlich Gruppe 0, wird nicht einmal ignoriert.

    2. Diese Gruppe beinhaltet jene Vorwähler/innen, die dem lieben Gott gleich suspekt, die erhalten eine Ablehnung. Name und Geburtsdatum sind für ein (Gottes)urteil sicher ausreichend. Dennoch gibt es auch Zusatzkriterien: Ein Grund wäre etwa, die „Grünen Vorwahlen“ ins Rollen gebracht zu haben – und wer braucht schon Bewegung?
    Oder das Kreuzerl zur Massenmailbeglückung gefehlt hat. Traut sich eigentlich irgendwer zugeben, ErfinderIn dieses Auswahlkriteriums zu sein?

    3. Dann gibt es die Gruppe der Vorwähler/innen, die ein Mail bekommen mit der Kernaussage „Wir freuen uns, dir nun mitteilen zu können, dass wir dich als UnterstützerIn im Kreis der Grünen Wien herzlich willkommen heißen.”
    Na bitte, es klappt doch. Eigentlich wäre es sogar logisch, dass nicht zuletzt nach dieser EU-Wahl-Schlappe die Grünen froh sein sollten, dass es InteressentInnen, UnterstützerInnen und auch VorwählerInnen gibt.

    4. Die vierte Gruppe erhält ein Gesinnungs-Deklarierungs-Mail: „Aus Ihrem Ansuchen, Unterstützer der Grünen zu werden, konnten wir diese uns wichtige Bereitschaft nicht herauslesen. Das kann unserer Vermutung nach auch daran liegen, dass die Idee der Grünen Vorwahlen eine andere war und Sie sich dieser Frage deshalb noch gar nicht gestellt haben.“
    Über die Art und den Zweck der Gewissensprüfung kann man zwar diskutieren, aber es wäre eine durchaus gangbare Vorgangsweise … wenn nicht danach wieder ein nicht logisch begründbares (Gottes)urteil stünde.

    5. Interessant wird es aber jetzt bei der vierten Gruppe:
    Diese VorwählerInnen bekommen zuerst auch das Gesinnungs-Deklarierungs-Mail. Fünf Tage später erkennt aber „Gott“ nur aus dem Namen und dem Geburtsdatum, dass er sich geirrt hat (geht das überhaupt?). Mail: Liebe VorwählerIn, du wirst gerne angenommen, bei der ersten Runde der Überprüfung haben wir uns geirrt?

    Was da im Hintergrund passiert ist, weiss nur Gott.

    @ Robert Korbei: Assume Good Faith oder existiert ein noch größerer Gott im Hintergrund…

    … dabei haben ich euch geliebt und wollten euch endlich einmal aus Überzeugung und ganzem Herzen wählen – und nicht schon wie so oft nur als geringeres Übel in der verkrusteten Parteienlandschaft…

    Liebe Grüße Thomas Stodulka

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  1. Von The Flowers Are Gone » Die Vorwahlen und ich am 10. Juni 2009 um 00:33

    [...] Siehe auch: » Der prompt erschienene Antwortbrief Andreas Lindingers. » Rigardi.org - Liebe Grüne, wie viel ist euch Angst wert? » Grüne Vorwahlen: Es ist so weit, es wird gesinnungsgeprüft. [...]

  2. [...] ersten Vorwählerinnen informiert, dass sie angenommen seien – und weiterhin auch die ersten darüber informiert, dass sie eben noch nicht angenommen werden könnten, weil man aus ihrem Antrag nicht herauslesen könne, wie sie sich Beteiligung bei den Grünen [...]

  3. [...] weiter gegen so manche UnterstützerInnen aufgrund einer zweifelhaften, nicht bestandenen “Gesinnungsprüfung” agiert. Es mag natürlich berechtigte Ablehnungen geben und es ist auch das Recht jeder [...]

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