Mit dem Experiment der grünen Vorwahlen verbinde ich zwei naive Hoffnungen:
1. Eine kleine, sehr greifbare, nahe Hoffnung: ein paar interessierte Menschen wieder ein bissl zu repolitisieren. “Politisch” zu werden heisst auch: mutig Farbe zu bekennen. Farbe? Nicht unbedingt im Sinn einer Parteifarbe - auch wenn wir hier für die Grünen Vorwahlen anzetteln, um Ihnen etwas Feuer unterm Eisenhintern zu machen - aber Farbe mehr im Sinn von: “das find ich gut, das geht in die richtige Richtung - das unterstütze ich”. Konkret.

2. Die grössere, abstraktere, noch ferne Hoffnung: In Österreich die eigentlichen politischen Debatten wieder fruchtbar führen zu können, um die es inhaltlich ginge, denen wir uns inhaltlich stellen müssen: die Schul- und Bildungspolitik, die Verteilungs- und Steuerpolitik, und, und, und… Fruchtbar heisst auch: am “Ende des Tages” muss es dann zu Entscheidungen kommen - Entscheidungen, die den Wünschen einer Mehrheit der Bevölkerung entsprechen. Unser Problem ist heute: wir diskutieren oft sehr heftig - die politischen Strukturen sind aber so beschaffen, dass wir viel zu wenig weiterbringen.
Wenn wir mit der kleinen Hoffnung starten, dann können wir auch einen kleinen Beitrag zur grossen Hoffnung leisten. Eine Quadratur des politischen Kreises? Mag sein. Naiv? Natürlich. Aber um mit dem momentanen Lieblingswort meiner jüngsten Tochter zu sprechen: Trotzdem. Zögern wir nicht lange und fangen mal mit unseren Eisenhintern an. Jana ist schon bereit ihren Allerwertesten bei der Wiener Landesversammlung der Grünen quadratisch zu sitzen. Und wer noch?
