
Seit Tagen hören wir von heftigen Konflikten hinter den Kulissen der Partei, heute hat das der Bundessprecher der Grünen Wirtschaft unter dem Titel “Die grünen Kiwis kommen und machen Funktionäre nervös” in einem “Kommentar der Anderen” im Standard bestätigt:
In der grünen Partei haben die von der plötzlich aktiven “Basis” ausgerufenen Vorwahlen einigen Staub aufgewirbelt. (..) Das sei ein elitäres Projekt einer gut vernetzten Gruppe, die mit mühevoller Bezirksgruppenarbeit nichts am Hut habe, sondern nur massiv Einfluss auf die grüne Listenwahl nehmen wolle. Das sei Lobbyismus und nicht Basisdemokratie, monieren jene, die bei intensiverer Mitsprache offenbar die Chance auf ein eigenes Mandat schwinden sehen. (Volltext)
Wie zerissen die Grünen in dieser Frage zu sein scheinen, zeigen auch die widersprüchlichen Antworten, die Martin auf seinen Rundruf unter den Wiener Grüngabgeordneten bekommen hat. Mein eindeutiger Favorit ist die Vermutung eines/einer Abgeordneten, bei uns handle es sich um “..Jugendliche, die mit eisernem Hintern wirklich Zeit haben und nur vor dem Computer sitzen..”. Dass die Entfremdung mancher Grünen von ihren Wählern so weit fortgeschritten ist, war mir nicht klar.

4 Kommentare
Ich hatte bei der Besprechung im Café Ritter aber auch den Eindruck, dass es Euch hauptsächlich um Einfluss und weder um konkrete Inhalte, noch um Personen geht.
“Erst schau ma amal, dass ma genug Leute ham um die überstimmen zu köönnen, und dann schau ma was ma damit machen. Bin kein grüner Funktionär und kein Mandatar. Und ich habe mich nach der Voggenhuber-Geschichte über das Projekt gefreut. Aber aus dem Café Ritter bin ich mit einem sehr mulmigen Gefühl weggegangen.
“Erst schau ma amal, dass ma genug Leute ham…” - richtig, wenn es nicht genug VorwählerInnen gibt, werden die auch keinen nennenswerten Anteil am demokratischen Prozess nehmen können.
“…um die überstimmen zu können.” - es geht ganz und gar nicht darum, “die” zu überstimmen, sondern darum, diejenigen, die vor allem in den Parteistrukturen unterwegs sind, daran zu erinnern, dass es noch WählerInnen außerhalb der Parteistrukturen gibt, und dass es eigentlich um die geht.
“…dann schau ma was ma damit machen.” - das, wiederum, ist Sache der Grünen, wie sie mit dem neuen, breiteren Interesse von WählerInnen um gehen. “Wir” machen sowieso nichts damit, jede/r Vorwähler/in kommt mit seiner/ihrer eigenen Stimme. Das ist eine Initiative, der sich hoffentliche viele Individuen anschließen - es ist kein Wahlverein, der mit einer kollektiven Stimme Druck ausüben will.
@Erik:
Das stimmt auch quasi: Wir wollen weder bestimmte Inhalte noch bestimmte Personen platzieren. Wir wollen eine Öffnung zu den Wählern erreichen, damit Inhalte und vor allem Personen öffentlich und breit diskutiert und entschieden werden. Das heißt: Ja, es geht um Einfluss: Einfluss der Grün-Sympathisanten auf die Erstellung Grüner Kandidatenlisten.
zur vermutung des grünpolitikers, dass es ich bei den initiatoren um “..Jugendliche, die mit eisernem Hintern wirklich Zeit haben und nur vor dem Computer sitzen..” handle:
NEIN! das sind sehr wohl auch leute so wie ich, um die vierzig, die seit anbeginn der grünen GRÜN WÄHLEN und sich immerwährend gedanken machen, wie es mit österrecih und dieser gesellschaft positiv weitergehen kann.
bei den grünen haben sie anscheinend wirklich keine ahnung was zurzeit abgeht! schade! denn die partei wird’s nach den wiener wahlen so nicht mehr geben. auch weil ich wahrscheinlich diesen “blöden urschln” nicht mehr wählen werde.
/////